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Gesunde Haltung – Programm gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen bei Schneider Electric

Die Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dauerhaft zu bewahren, ist in Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels nicht zuletzt ein ökonomisches Gebot. Schneider Electric in Regensburg hat mit seinem Programm zur Gesunderhaltung des Muskel-Skelett-Apparates auch sonst viele gute Erfahrungen gemacht.

In aufrechter Haltung schiebt ein Mitarbeiter Teile zur weiteren Verarbeitung auf einem Blechwagen durch die Produktionshalle.
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Mitarbeiter in der Vorproduktion beim Blechteiltransport mit intern gefertiger Schiebehalterung zur Sicherstellung einer aufrechten Körperhaltung.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Schneider Electric entwickelt weltweit Lösungen im Bereich des Energie- und Prozessmanagements. Der französische Elektrotechnikkonzern beschäftigt weltweit ca. 160.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon am Standort Regensburg etwa 900. Die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter dauerhaft zu sichern, ist für das Unternehmen insgesamt und für den Standort Regensburg ein wichtiges Ziel, gerade im demografischen Wandel. Aus den Arbeitsunfähigkeitsanalysen der gesetzlichen Krankenkassen ist bekannt, dass seit Jahren Erkrankungen des Muskel-Skelett-Apparates die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeitstage sind. Aus diesem Grund hat sich Schneider Electric das Ziel gesetzt, mit Maßnahmen zur Förderung der Muskel- und Skelettgesundheit die Beschäftigungsfähigkeit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dauerhaft zu sichern.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Bereits 2009 begannen Geschäftsleitung und Gesundheitsmanagement die Belegschaft durch Informationsveranstaltungen und Schulungen auf die Gesundheit des Muskel-Skelett-Apparates aufmerksam zu machen. Ziel war es, die Belegschaft für die Bewahrung der eigenen Beweglichkeit zu sensibilisieren. Der gewünschte Erfolg blieb zunächst, vor allem im Bereich der Produktion, aus.

2014 wurde deshalb im Produktionsbereich eine „Pilotgruppe“ von 15 Beschäftigten gebildet. Hierzu wurden Personen ausgewählt und angesprochen, die dem Thema „Bewegung“ offen gegenüberstanden und sich so als Vorbilder eigneten. Die Pilotphase wurde mit einer Auftaktveranstaltung gestartet, bei der Möglichkeiten für mehr Bewegung im betrieblichen Alltag aufgezeigt wurden. Internes und externes Gesundheitsmanagement sowie die Betriebsärztin berieten die Gruppe. In Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten des Rückenzentrums Regensburg erhielt die Pilotgruppe eine praxisnahe professionelle Beratung und Unterstützung zur ergonomischen Körperhaltung bei der Arbeit. Die Beratung hatte die Schwerpunkte:

  • Aufzeigen eventueller gesundheitlicher Einschränkungen
  • Beratung zur Reduktion von Belastungen
  • Präventionsberatung, um Fehl- und Überbeanspruchung von Anfang an zu vermeiden (z.B. Einbauen von Gegenbewegungen, Vermeiden „schädlicher“ Bewegungen)

Bei Bedarf wurde die „Arbeitsplatzplanung“ des Unternehmens einbezogen, um Arbeitsplätze umzugestalten oder benötigte Hilfsmittel zu beschaffen. Die professionelle Beratung fand im ersten Monat wöchentlich, danach monatlich statt. Um den nachhaltigen Erfolg der Maßnahmen zu sichern, führte das Unternehmen nach Abschluss der Pilotphase einen monatlichen Beratungstag durch einen Physiotherapeuten ein, der seitdem gut angenommen wird. Hier haben die Mitarbeiter die Möglichkeit spezielle Fragen zu individuellen Beanspruchungen am Arbeitsplatz und eventuellen Ausgleichsübungen bzw. Trainingsübungen zu stellen.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Auf Basis einer anfänglichen Pilotgruppe im Jahr 2014, wurden neun weitere Bewegungsgruppen gebildet: Mittlerweile werden ca. 135 Mitarbeiter im Produktionsbereich von Physiotherapeuten betreut. Langfristiges Ziel ist es, allen Mitarbeitern in diesem Bereich eine professionelle Beratung am Arbeitsplatz zu ermöglichen.
  • Die Anwesenheit einer physiotherapeutischen Beratung gehört inzwischen zum Betriebsalltag dazu. Hierdurch hat sich die Attraktivität des Unternehmens verbessert, was sich z. B. im regelmäßigen positiven Feedback in Unternehmensumfragen zeigt.
  • Es gibt viele kleine ergonomische Verbesserungen in den Arbeitsabläufen.
  • Optimierungen bei der Einrichtung der Arbeitsplätze (Ergonomie) haben eine präventive Wirkung.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Beratungen direkt am Arbeitsplatz führen zu praxisnahen und niedrigschwelligen Lösungen – und wecken durch direktes „Mit-Erleben“ das Interesse der Kollegen, die bis dahin (noch) keine Beratung erhalten haben.
  • Die Unternehmensleitung muss Engagement für die gesundheitlichen Belange der Beschäftigten zeigen und benötigte Ressourcen wie Zeit und Geld zur Verfügung stellen. Entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen bei Schneider Electric war der Einsatz professioneller, externer Physiotherapeuten.
  • Die Zusammenarbeit ist durch vertrauensvolle, ehrliche und konstruktive Kommunikation gekennzeichnet. Beschäftigte partizipieren an der Gestaltung gesund-heitsgerechter Arbeitsbedingungen.
  • Die Themen Gesundheit und Gesundheitsförderung sind in der Unternehmenskultur verankert. Dies zeigt sich z.B. in den seit Jahren stattfindenden Gesundheitswochen.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von Schneider Electric

Ansprechpartner/in

Eleonore Dechant

Gesundheits- und Sozialmanagerin

Schneider Electric Sachsenwerk GmbH
Rathenaustr. 2
93055 Regensburg

Telefon: 0941 - 462 039 8

Philipp Weishaupt

Geschäftsführer

RFZ Rückenzentrum Regensburg Gmbh
Im Gewerbepark D50
93059 Regensburg

Telefon: 0941 - 495 96

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Physische Gesundheit

Branche

  • Verarbeitendes Gewerbe

Bundesland

  • Bayern

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte