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Mehr als gut gemeint: Professionelle psychologische Beratung in der Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach

Bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind psychische Störungen und Erkrankungen seit Jahren auf dem Vormarsch. Die Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach unterbreitet deshalb seinen Beschäftigten seit einiger Zeit ein besonderes Angebot: professionelle Beratung zum Nulltarif. Der Erfolg ist bereits nach kurzer Zeit messbar.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung

Die Beschäftigten der Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH gehören zweifellos zur Risikogruppe. Das Unternehmen ist Träger der sieben städtischen Altenheime und damit Arbeitgeber für 875 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenpflege, in der – neben körperlichen – hohe psychische Belastungen verzeichnet werden. Ziel war es deshalb, bei seelischen Problemen eine frühzeitige Beratungsmöglichkeit anzubieten und damit ernsthaften Erkrankungen vorzubeugen.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Die Sozialholding der Stadt Mönchengladbach verschaffte sich zunächst durch eine Mitarbeiterbefragung einen Überblick. Dabei wurden psychische Belastungen in der Pflege, aber auch die Identifikation mit Arbeitsaufgabe und Unternehmen erhoben. Es zeigte sich, dass die Beschäftigten Interesse an einem Beratungsangebot haben.
Daraufhin wurde die Suche nach einem geeigneten Anbieter begonnen. Auswahlkriterien waren eine qualitativ hochwertige Beratung und die dauerhafte Gewährleistung kurzfristiger Beratungstermine. Die Beschäftigten sollten bei seelischen Problemen aller Art anonym Unterstützung finden. Die Wahl fiel 2012 auf die psychologische Beratungsstelle EAP-Assist GmbH.

Bei der Umsetzung des Beratungsprogramms spielte der Betriebsrat der Sozial Holding eine entscheidende Rolle im Hinblick auf die sensiblen Themen Datenschutz und Wahrung der Anonymität. Er wirkte an der Vertragsgestaltung mit und unterschrieb auch den Kooperationsvertrag.

Beschäftigte der Sozial Holding und deren Angehörige erhalten nun schnelle und unkomplizierte Hilfe bei privaten, gesundheitlichen oder beruflichen Problemen. Dabei können sie auf das Wissen und die Kompetenz von Beraterinnen und Beratern ganz unterschiedlicher Professionen zurückgreifen, u.a. Ärzte, Apotheker, Psychologen, Sozialtherapeuten und Rechtsanwälte. Zusätzlich wurde das Angebot um Gruppenberatungen und Mediationen ergänzt.

Seit Beginn des Programms findet zudem im Abstand von sechs Monaten eine Evaluation der Mitarbeiterberatung statt. Dabei stellt das Beratungsunternehmen anonymisierte statistische Auswertungen zur Nutzung der Beratung und den Beratungsanliegen wie Belastungsreaktion, Suchtkrankheit, Familie, Mitarbeiterführung, Arbeitskonflikte, Überforderung, Psychosomatik oder Stress/Burnout. Auf diese Weise erkennt die Sozial Holding Schwerpunkte für die Prävention.

Das Repertoire klassischer Gesundheitsförderung wie "Gesundheitstage" oder "Bewegungsangebote" wird durch Maßnahmen zur Steigerung des psychischen Wohlbefindens sinnvoll erweitert. Damit wird die Sozialholding dem Ziel einer ganzheitlichen Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen gerecht.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Seit Beginn der Kooperation konnte der Anteil psychischer Erkrankungen halbiert werden.
  • Neun Prozent der Beschäftigten machten 2014 von dem Beratungsangebot Gebrauch (in Einzel- und Gruppenberatungen). Dieser signifikante Wert macht deutlich, dass psychologische Beratung in der Pflege notwendig und sinnvoll ist.
  • Entscheidungsträger und Verantwortliche im Pflegesektor – aber auch in anderen Bereichen – haben die enge Verknüpfung von körperlichem und geistigem Wohlbefinden erkannt und berücksichtigen beide Aspekte bei der Gesundheitsförderung.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Die Beschäftigten wurden in Informationsveranstaltungen vorab umfassend über das Programm informiert.
  • Die Anonymität der Beschäftigten bleibt bei der Beratung vollständig gewahrt. Damit wurde zugleich die Akzeptanz des Angebots sichergestellt.
  • Ein Beratungstermin innerhalb von 14 Tagen wird garantiert.
  • Das Unternehmen trägt die vollen Kosten für die Beratung.

Weiterführende Informationen

Die Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH wurde bereits mehrfach für ihr Gesundheitsmanagement und ihre Gesundheitsförderung prämiert. Seit 2014 erhielt das Unternehmen die folgenden Auszeichnungen:

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der Sozial Holding

Ansprechpartner/in

Helmut Wallrafen

Geschäftsführer

Sozial Holding der Stadt Mönchengladbach GmbH
August-Monforts-Straße 12/16
41065 Mönchengladbach

Telefon: 02161 - 686 641 11

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz
  • Pflege

Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

Bundesland

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte