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Experten in eigener Sache: Das Universitätsklinikum Jena mobilisiert eigene Ressourcen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Das Problem ist seit längerem bekannt: Heilende und pflegende Berufe denken oft zuletzt an die eigene Gesundheit. Das Universitätklinikum Jena hat ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) konzipiert, das bei Beschäftigten und Führungskräften den Blick für die eigene Gesundheit schärft.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) ist mit über 5.000 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Thüringen und zugleich das einzige Hochschulkrankenhaus im Land. Arbeiten im Schichtbetrieb, eine hohe Verantwortung, Zeitdruck, ausgeprägte Hierarchien und enorme körperliche und psychosoziale Anforderungen sind krankenhaustypische Belastungen, die auch im UKJ auftreten. Die Klinikleitung und der Personalbeirat haben sich daher entschlossen, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement einzurichten, das die gesundheitlichen Potenziale der Beschäftigten am UKJ stärken soll. Ziel war es:

  • die Arbeitsplätze möglichst gesundheitsgerecht zu gestalten,
  • die Mitarbeiter dabei zu unterstützen, etwas für die eigene Gesundheit zu tun und
  • die Mitarbeitergesundheit zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur zu entwickeln.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Am UKJ wurde ein Gesundheitskonzept entwickelt, das Angebote zur Verhältnis- und Verhaltensprävention eng miteinander verbindet. Getragen wird das Konzept vor allem durch die fachliche Expertise der am Klininikum beschäftigten Gesundheitsexperten. Die Ottawa-Charta und die Luxenburger Deklaration zur Betrieblichen Gesundheitsförderung bilden die Richtschnur des Konzepts, die Präventionsvorgaben nach § 20a SGB V werden ebenfalls eingehalten.

Mit der Entwicklung und Umsetzung des BGM-Konzeptes wurde ein Gesundheitsmanager beauftragt, der mit einer Vielzahl interner und externer Partner zusammenarbeitet. Unterstützung erhält er dabei durch eine fachübergreifende Steuergruppe und einen Gesundheitsbeirat, in dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite vertreten sind. 

Die Angebote des BGM richten sich an alle Beschäftigten des Universitätsklinikums Jena. Die verschiedenen Beratungs-, Informations- und Aktivangebote können natürlich auch von den Führungskräften genutzt werden.

Zu den Angeboten gehören:

  • Gesundheitsseminare: Sie unterstützen die Beschäftigten dabei, ihre eigene Gesundheit in den Mittelpunkt zu rücken. Eine Vielzahl von Seminaren und Wissensangeboten bilden das Bewusstsein für die eigene Gesundheit und zeigen neue Wege auf. Hierzu zählen Seminare zu Work-Life-Balance, Stressbewältigung, aber auch Betriebssportangebote, Yoga- oder Qi-Gong-Kurse sowie Angebote für besondere Zielgruppen.
  • Gesundheitsprogramme: Sie unterstützen die Mitarbeiter bei der Suche nach dem passenden Fitness-, Wellness- oder Rehasportangebot. Eine Gesundheitsberatung in Verbindung mit einem ärztlichen Gesundheitscheck biete eine gute Entscheidungsgrundlage für die Auswahl geeigneter Gesundheitspakete (Fitnesskurse, Trainings- oder Wellnessangebote), die von regionalen Partnern zu UKJ-Sondertarifen angeboten werden.
  • Gesundheitswerkstatt: Dieses Angebot richtet sich insbesondere an Führungskräfte. Sie werden dabei unterstützt, in ihrem Verantwortungsbereich konkrete gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen. Neben arbeitsschutzrechtlichen und arbeitsmedizinischen Standards geht es vor allem um die Umsetzung von Gesundheitsaktivitäten, die unmittelbar am Arbeitsplatz wirken. Dazu findet zuvor eine Teambefragung statt.
  • Sozialberatung + psychologische Sprechstunde: Die betriebliche Sozialberatung ist ein Angebot für Beschäftigte in privaten oder beruflichen Belastungssituationen. Hier erfahren sie Unterstützung, können diskret und in aller Offenheit Fragen zu beruflichen Herausforderungen oder zum Umgang mit Kollegen und Konflikten am Arbeitsplatz mit einer Sozialarbeiterin besprechen. Darüber hinaus bietet die Uniklinik neuerdings zusätzlich eine psychologische Sprechstunde für alle Mitarbeiter an.
  • Gesundheitsreporting: Das betriebliche Gesundheitsmanagement im UKJ wird über ein umfassendes Kennzahlensystem gesteuert und fortlaufend evaluiert. Das zugrundeliegende Controllingkonzept baut auf unternehmensinternen Fehlzeitenanalysen und externen Arbeitsunfähigkeitskennzahlen der Krankenkassen auf. Darüber hinaus wird das Konzept jährlich in einem externen Benchmarking verglichen.
  • BGM-Homepage: Mitarbeiter und Führungskräfte erhalten alle Informationen zum BGM über eine eigens eingerichtete Homepage (Intra- und Internet).

Nach dem erfolgreichen Start im Jahr 2011 soll das Betriebliche Gesundheitsmanagement des UKJ weiter ausgebaut werden.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Das Thema Gesundheit wurde fester Teil der Unternehmenskultur.
  • Die Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit ihrer Aufgabe und ihrem Arbeitsplatz.
  • Das Gefühl der Wertschätzung ist unter den Beschägtigten gestiegen.
  • Besserung der Gesundheitssituation (Teilnehmende am Gesundheitsprogramm)
  • Die Führungskräfte konnten für die Mitarbeitergesundheit stärker sensibilisiert werden.
  • Eine Absenkung der Arbeitsunfähigkeitsquote gehörte nicht zu den erstrangigen Zielen, da Arbeitsunfähigkeit nicht allein durch Gesundheitsförderung beeinflussbar ist.

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • hohe Unterstützung durch Klinikumsvorstand, Personalrat, Experten des UKJ
  • konsequentes Projektmanagement in der Konzeptentwicklung und -umsetzung
  • Niedrigschwelligkeit und Zielgruppenorientierung der Gesundheitsangebote
  • starke Vernetzung der unterschiedlichen BGM-Angebotsformate untereinander
  • vielschichtiges klinikinternes und externes Konzeptmarketing

Hinweis

Das Universitätsklinikum Jena ist prämierter Teilnehmer im Wettbewerb „Deutscher Unternehmenspreis Gesundheit“

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der Universitätsklinikum Jena

Ansprechpartner/in

Cornelia Otto

Stabsstelle Personal- und Organisationsentwicklung

Universitätsklinikum Jena
Bachstraße 18
07743 Jena

Telefon: 03641 9-34778

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Chancengleichheit & Diversity
  • Physische Gesundheit
  • Psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz
  • Pflege

Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

Bundesland

  • Thüringen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte