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Ganzheitliches Prozessmanagement: Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten stehen beim Lebensmittelhersteller Vandemoortele im Fokus

Niemand kennt den eigenen Arbeitsplatz besser als man selbst. Das Unternehmen Vandemoortele aus Dresden nutzt regelmäßige Mitarbeiterbefragungen, um wertvolle Hinweise und Anregungen vor allem zu den Themen Gesundheit und Arbeitssicherheit zu erhalten, die in konkreten prophylaktischen Maßnahmen umgesetzt werden.

Mitarbeiter und Sicherheitsbeauftragte treffen sich auf dem Firmengelände zur Sicherheitsbegehung.
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Die Sicherheitsbegehung ist fester Bestandteil des 3-Stufenprogrammes im Unternehmen und findet regelmäßig einmal im Monat statt.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Der Vandemoortele-Standort Dresden ist seit 1921 eng mit der Herstellung von Margarinen für den deutschen Markt verbunden. In einer der modernsten Produktionsstätten Europas produzieren die über 80 Beschäftigten des Unternehmens pro Jahr 45.000 Tonnen Margarine. Zu den Kunden zählen alle führenden Lebensmittelunternehmen in Deutschland und Europa. Kostendruck und Effizienz sind eine große Herausforderung für jeden Betrieb – Vandemoortele benötigt dafür eine flexibel arbeitende Belegschaft, die hoch qualifiziert ist und selten erkrankt. Die Gesundheit und die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind daher integraler Bestandteil des Ganzheitlichen Prozessmanagements. Bei Vandemoortele weiß man: hoch motivierte und qualifizierte Beschäftigte sind die besondere Stärke des Unternehmens.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Die langjährige Erfahrung bei Vandemoortele hat gezeigt: Mitarbeiterbefragungen sind ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung von Maßnahmen.

Alle zwei bis vier Jahre werden unter fachlicher Anleitung eines externen Experten Mitarbeiterbefragungen durchgeführt. Sie geben Aufschluss über über die Unternehmenskultur aus Perspektive der Beschäftigten und gelten als eine Art „Frühwarnsystem“. So können zum Beispiel Defizite bei ergonomischen Hilfsmitteln oder mögliche psychosomatische Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Aber auch Anregungen der Belegschaft finden so den Weg in die Praxis.
Als Ergebnis konnten eine Reihe von Projekten aktiviert werden, wie z. B. ein betriebliches Coaching, Stressbewältigung oder die Ergonomie der Büroarbeitsplätze.

Im Vorfeld des Stress-Projektes wurden alle Arbeitsplätze von einem Sozialcoach auf ihre psychische Beanspruchung hin überprüft, analysiert und in die Gefährdungsbeurteilung involviert. So wurden mit Hilfe des Instrumentes „Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen-Screening für Arbeitsplatzinhaber II“ (BASAII) nicht nur der Gestaltungsbedarf sondern auch Ressourcen bei der vorhandenen Gestaltung der Arbeitsbedingungen sichtbar.

Der Sozialcoach unterstützt die Beschäftigten darüber hinaus vor Ort in persönlichen und sozialen Problemsituationen und bietet Hilfe bei kommunikativen Störungen am Arbeitsplatz an. Die Weitervermittlung an andere Beratungsstellen gehört ebenso zu seinen Aufgaben, wie die Unterstützung bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben

Weitere Angebote und Maßnahmen für den Gesundheitsschutz im Unternehmen sind:

  • Aktion „Vitamin C“ (kostenfreie Bereitstellung von Äpfeln)
  • Darmkrebsvorsorge
  • Die gemeinsame Absprache: kein Handschlag zur Begrüßung, Bereitstellung von Desinfektions- und Hautschutzmitteln
  • jährliche Grippeschutzimpfung
  • physiotherapeutische Behandlungen (Massage) im Unternehmen (auch mit ärztlichem Rezept)

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die monatliche Sicherheitsbegehung eines Expertenteams mit den Schwerpunkten Arbeitssicherheit/Gesundheit, Umwelt und Qualität/HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Points). Die daraus resultierenden Maßnahmen und Festlegungen werden dokumentiert und dem jeweiligen Fachbereich als offene Aktivität zugeordnet. Automatisierte Workflows fungieren als zusätzliches Kontrollsystem im Unternehmen.

Daraus ergaben sich so erfolgreiche Maßnahmen wie die Gefahrmeldungen, bei denen die Beschäftigten prämiert werden, wenn durch deren Hinweise ein hohes Gefährdungspotenzial beseitigt werden konnte. Oder aber die Brandschutzunterweisungen mit praktischer Vorführung anhand von Betriebsstoffen.  Um die Akzeptanz der notwendigen Maßnahmen und somit die Nachhaltigkeit der Schutzmaßnahmen zu gewährleisten, haben z. B. die Beschäftigten die Möglichkeit, sich bei Bedarf die Arbeitsschutzschuhe orthopädisch und den Gehörschutz (Otoplasten) individuell anpassen zu lassen.

Eine qualitativ hohe Aus- und Weiterbildung zu den Themen der Arbeitssicherheit sorgt dafür, dass die Beschäftigten immer auf dem neuesten Stand sind, während die Nachhaltigkeit sämtlicher Maßnahmen mittels regelmäßiger Mitarbeiterbefragungen über Jahre hinweg abgelesen werden kann. Zusätzlich werden alle Angebote vollständig oder teilweise durch das Unternehmen finanziert.

Nicht alle Maßnahmen kann Vandemoortele allein durchführen; das Unternehmen arbeitet daher seit Jahren eng mit externen Fachberatern aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Ein funktionierendes Netzwerk, bestehend aus einer Vielzahl von Experten in Behörden, Institutionen und Betrieben sind ein Garant für qualitativ hochwertige Maßnahmen, die zum weiteren Erfolg des Unternehmens beitragen.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • ein konstant guter Gesundheitsstand durch betriebliche Maßnahmen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz
  • ein gutes Sicherheitsgefühl und -bewusstsein der Beschäftigten am Arbeitsplatz durch regelmäßige, qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildungen
  • sehr wenig Unfälle im Betrieb, da bereits bei Kleinstunfällen durch Gefahrmeldungen auf Gefährdungsbereiche hingewiesen wird
  • weniger Schlafstörungen bei den Beschäftigten (als Teil von psychosomatischen Erkrankungen), z. B. durch Stressmanagement

Erfolgsfaktoren

Was können andere davon lernen?

  • Hohes Engagement aller Beteiligten (Management, Betriebsrat, Beschäftigte) führt zu langfristigem Erfolg.
  • Ausdauer zahlt sich aus, denn die positive Wirkung von Maßnahmen ist manchmal nicht umgehend zähl- oder messbar.
  • Die Bereitstellung von zeitlichen und finanziellen Ressourcen ist nötig, um erfolgversprechende Maßnahmen umsetzen zu können.
  • Durch ein Ganzheitliches Prozessmanagement (GPM), das die Bereiche Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten integriert, lassen sich Defizite und Schwachstellen identifizieren und beseitigen.
  • Durch Netzwerke mit externen Spezialisten in Wirtschaft und Institutionen lassen sich effektive Maßnahmen umsetzen, die im Alleingang nicht möglich wären.

Hinweis

Das Ganzheitliche Prozessmanagement der Vandermoortele GmbH ist durch die BGN auditiert, mit Schwerpunkt Arbeitssicherheit Zertifizierung durch den TÜV SÜD Life Service GmbH, Schwerpunkt Arbeitssicherheit (Oktagon)

Die Ermittlung der psychischen Beanspruchung der Beschäftigten für die Gefährdungsanalyse erfolgte mit Hilfe der „Psychologischen Bewertung von Arbeitsbedingungen Screening für Arbeitsplatzinhaber II“ (BASAII)

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von Vandemoortele

Ansprechpartner/in

Chantal Mortier

Betriebsleiterin

Vandemoortele Lipids Werke GmbH
Pirnaer Landstr. 194
01257 Dresden

Telefon: 0351 - 207 740

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
  • Führung
  • Physische Gesundheit
  • Psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz
  • Führung & Kommunikation
  • Arbeitsorganisation & Arbeitszeit
  • Partizipation & Motivation

Branche

  • Verarbeitendes Gewerbe

Bundesland

  • Sachsen

Unternehmensgröße

  • 50 - 249 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte