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Persönlichkeiten fördern – St. Gereon Seniorendienste unterstützen Azubis individuell

Sich in der Berufswelt zurechtzufinden ist für junge Menschen, die noch ganz am Anfang ihrer Karriereleiter stehen, nicht einfach. Die St. Gereon Seniorendienste sehen sich als ausbildendes Unternehmen in der Verantwortung, ihre Auszubildenden besonders zu unterstützen. Erfahrene langjährige Beschäftigte des Unternehmens sorgen daher für individuelle Betreuungs- und Entfaltungsmöglichkeiten der jungen Berufsanfängerinnen und -anfänger.

Ausgangslage:

Was war die Herausforderung?

Das Unternehmen mit Sitz in Hückelhoven bei Aachen bietet Dienstleistungen im Pflegebereich an – von der Pflegeberatung, dem ambulanten Pflegedienst, der Tagespflege, über betreutes Wohnen und integrierte Kurzzeitpflege bis hin zur stationären Altenpflege. Die 250 Beschäftigten sind durch ein hohes Arbeitsaufkommen, Schichtdienst und durch die Arbeit mit zum Teil Mehrfacherkrankten hohen körperlichen und emotionalen Belastungen ausgesetzt. Die beruflichen Herausforderungen machen es daher nicht leicht, geeignete Nachwuchskräfte zu finden und an das Unternehmen zu binden. Gleichzeitig möchte man als kirchliche Einrichtung die Ausbildungsverpflichtung in der Region ernst nehmen.

Aktivitäten:

Was wurde wie gemacht?

Bei der Suche nach Auszubildenden gehen die St. Gereon Seniorendienste einen ungewöhnlichen Weg: Der Pflegedienst stellt sich persönlich in Schulen vor und bietet den Schülern dreitägige Schnupper-Praktika an. Klassische Bewerbungsgespräche und eine Auswahl nach Noten gibt es nicht. Im Verlauf des Praktikums zeigt sich, ob die Interessentin oder der Interessent für den Beruf geeignet ist, aber auch, ob die eigenen Vorstellungen des Bewerbers an die spätere Arbeitsstelle erfüllt werden.

Die Auszubildenden können je nach Interessen und Fähigkeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern eingesetzt werden, beispielsweise im Pflege-, Verwaltungs- oder Hauswirtschaftsbereich. Die Ausbildung erfolgt nach einem „Learning by Doing“-Konzept: Die Auszubildenden begleiten erfahrenere Beschäftigte bei ihrer Arbeit und können so von dem Erfahrungswissen der Älteren profitieren. Langjährige Mitarbeiter erstellen dazu unterstützende und handlungsanleitende Prozessbeschreibungen, in denen Best-Practice-Abläufe festgehalten werden. Die erfahrenen Beschäftigten im Unternehmen garantieren so die gleichbleibende Qualität und Kontinuität der Arbeit.

Im Bereich Pflege werden zu Ausbildungsbeginn innerhalb der ersten Woche theoretische Kenntnisse von erfahrenen Beschäftigten im Haus vermittelt. Mithilfe von Tandem-Bildung und Mentoring durch Ältere wird für jeden Auszubildenden eine individuelle und engmaschige Betreuung gewährleistet.

Begleitend unterstützen weitere Maßnahmen das positive Arbeitsklima im Unternehmen, z. B.:

  • Im Bereich Gesundheitsmanagement werden die Mitarbeiter aktiv an der gesundheitsfördernden Gestaltung des Arbeitslebens beteiligt. Es gibt verschiedene interne Präventionskurse für die körperliche und psychische Gesundheit, Aktionen und Gesundheitstage. Eigeninitiative und die konsequente Wahrnehmung der Gesundheitsangebote wird durch ein persönliches, finanzielles und zeitliches Gesundheitsbudget belohnt. So können Vollbeschäftigte etwa 120 Euro sowie drei extra Urlaubstage im Jahr erhalten.
  • Da im Unternehmen zu 80 Prozent Frauen beschäftigt sind, muss die Arbeit so gestaltbar sein, dass Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen sind. St. Gereon bietet den Beschäftigten flexible Arbeits- und Pausenzeiten – im Bereich der stationären Pflege können die Beschäftigten etwa zwischen 43 verschiedenen Arbeitszeitmodellen wählen.
  • Ein wesentlicher Ansatz des Schulungs- und Fortbildungsansatzes des Unternehmens ist, dass erfahrene und kompetente Beschäftigte als Referierende gewonnen und dazu ausgebildet werden, andere Mitarbeiter zu schulen und sie bei der Umsetzung des Gelernten zu begleiten. Hier bietet sich auch die Möglichkeit für Beschäftigte, Spezialwissen an Kollegen weiterzugeben, wie beispielsweise im Bereich Palliativpflege.

Ergebnisse:

Was konnte erreicht werden?

  • Das Unternehmen beschäftigt ca. 230 Auszubildende und ist damit in NRW praktisch der größte Ausbildungsträger für die Altenpflege.
  • Hieraus entwickelten sich neue Ausbildungskonzepte, wie z.B. die Mentoringfunktion zukünftiger Absolventen für Auszubildende aus dem 1. Lehrjahr.
  • Die Auswahl der Auszubildenden nach persönlicher Eignung statt nach Noten zahlt sich aus: Im Jahr 2012 konnten 43 von 45 Auszubildenden ihre Ausbildung erfolgreich abschließen.
  • Durch die Ausbildungsinitiative des Unternehmens können auch zukünftig Fachkräfte gesichert werden.

Erfolgsfaktoren:

Was können andere davon lernen?

  • Persönlichkeiten statt Arbeitskräfte fördern: Das Potenzial der Beschäftigten mit ihren persönlichen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten nutzen und unterstützen.
  • Individuelle Schulungen und Fortbildungen durch die eigenen Beschäftigten fördern die Mitarbeitermotivation und -bindung.

Die St. Gereon Seniorendienste gGmbH ist 2015 erneut prämierter Teilnehmer im bundesweiten Branchenwettbewerb "Beste Arbeitgeber Gesundheit & Soziales"

2011 initiierte St. Gereon im Rahmen des Projektes "care4future - SchülerInnen für die Pflege begeistern" ein eigenes Netzwerk in Heinsberg. Das Projekt der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) zur Gewinnung von Pflegenachwuchskräften auf regionaler Ebene zeigt einen Weg auf, wie junge Menschen auf interessante und authentische Art mit dem Pflegeberuf in einen positiven Kontakt gebracht werden. In regionalen Netzwerken kooperieren Unternehmen der Pflegebranche mit allgemeinbildenden Schulen, Pflegeschulen und weiteren Partnern vor Ort. Gemeinsam entwickeln die Partner Kurse zur Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von St. Gereon Seniorendienste

Ansprechpartner/in

Bernd Bogert

Geschäftsführer

St. Gereon Seniorendienste gemeinnützige GmbH
Klosterberg 5
41836 Hückelhoven

Telefon: 02462 - 98 10

Steckbrief

Themen

  • Wissen & Kompetenz
  • Wissenstransfer
  • Lebenslanges Lernen
  • Personalentwicklung

Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

Bundesland

  • Nordrhein-Westfalen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte