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DigiGAAB - Digital unterstützter Gesundheits- und Arbeitsschutz im Arbeitsprozess Bau

Das Projekt "DigiGAAB" erarbeitet digital unterstützten Gesundheits- und Arbeitsschutz für Arbeitsprozesse im Baugewerbe und vertritt dabei den Grundsatz "Mehr Sicherheit durch Partizipation."

Den Gesundheits- und Arbeitsschutz in den „normalen“ Bauablauf der Unternehmen zu integrieren, gelingt am besten, wenn der Betrieb sämtliche Arbeitsprozesse mit Unterstützung von digitalen Hilfsmitteln neu organisieren und gestalten kann. Dabei will das INQA-Projekt unterstützen und u.a. geeignete digitalen Hilfsmittel finden sowie bei der Integration in den Prozess begleiten.

Bauarbeiter bei Stuckateurarbeit in gebückter Haltung wird mit Smartfone gefilmt © Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KomZet)

DigiGAAB gehört zu den 17 Projekten, die im Rahmen der BMAS-Förderrichtlinie „Zukunftsfähige Unternehmen und Verwaltungen im digitalen Wandel" (Lern- und Experimentierräume) gefördert werden.

Schon heute ist jeder Unternehmer per Gesetz verpflichtet, zum Schutz seiner Mitarbeiter pro Baustelle eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und diese schriftlich zu dokumentieren. In der Praxis tun sich die meisten Chefs häufig schwer, diesen Anforderungen nachzukommen. Daher braucht es auch die Einbeziehung der Mitarbeiter, die selbst die Verantwortung für Ihre Gesundheit erkennen und mit übernehmen müssen.

Wir wollen hier bereits in der Planung ansetzen: Wenn die Baustelle digital geplant wird, werden in den jeweiligen Arbeitsprozessen nicht nur Material und Ausführungstätigkeiten, sondern auch die dazugehörigen Arbeitsschutzhinweise beachtet. Im Rahmen des Arbeitsauftrages werden die notwendigen Arbeitsschutzhinweise gegeben - die dann vom zuständigen Mitarbeiter explizit bestätigt werden müssen. Werden auf der Baustelle davon abweichende Situationen vorgefunden, müssen die Mitarbeiter kurzfristig Entscheidungen treffen sowie Rückmeldung an den Chef geben können.

Die Verantwortung kann nicht nur beim Chef liegen, viel mehr muss jeder Mitarbeiter in seinem Bereich die Verantwortung für seinen Gesundheitsschutz und den seiner Kollegen übernehmen. Diese Verantwortung kann er aber nur dann übernehmen, wenn bei ihm auch das dafür notwendige Wissen vorhanden ist. Dies wollen wir über die digitale Unterstützung leisten. Ziel ist, dass der Gesundheits- und Arbeitsschutz über die Branchensoftware beim Einrichten des Arbeitsauftrags mit abgedeckt werden kann.

Was ist im Projekt konkret geplant:

Auswahl der geeigneten digitalen Hilfsmittel

Zunächst wird eine Ist-Analyse durchgeführt:

  • Welche digitalen Hilfsmittel werden von den Unternehmen aktuell eingesetzt?
  • Wie zufrieden sind sie mit Ihren bisherigen Lösungen?
  • Wie stehen die Mitarbeiter zur Digitalisierung und zum Arbeits- und Gesundheitsschutz?

Zusätzlich wird eine Marktrecherche nach digitalen Tools und Anwendungen durchgeführt. Anbieter und Hersteller von Software oder digital unterstützten Geräten werden angefragt und können Ihre Produkte und Lösungen mit in das Projekt einbringen.

Experimentierraum am Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade

Zur Simulation der Praxis werden wir am KOMZET verschiedene „Chef Arbeitsplätze“ einrichten, genauer Desktop-Rechner (Chef) mit gekoppelten mobilen Endgeräten (Chef und Mitarbeiter). Diese mit unterschiedlichen Software-Komponenten ausgestatteten Arbeitsplätze bieten den Unternehmern und ihren Mitarbeitern ein perfektes Experimentierumfeld zur Beurteilung der Eignung der jeweiligen Installationen für die eigenen Unternehmen sowie der konkreten Vorbereitung nachfolgender Anpassungsprozesse.

In diesen Experimentierräumen lassen sich die Systeme und Techniken in einer praxisgerechten Umgebung im direkten Vergleich erproben. Bereits hier können die Mitarbeiter ihr Know-How einbringen und somit bei der Auswahl zukünftiger Systeme mitwirken. Dabei werden sicher auch deren Ängste und Befürchtungen vor der technischen Vernetzung eine Rolle spielen. Aber auch das spiegelt die Realität wieder, denn eine Einführung neuer Techniken und Prozesse ohne die Akzeptanz der Mitarbeiter hat auf Dauer noch nie funktioniert.

Experimentierraum auf einer betrieblichen Baustelle

Hat sich die Firma für eine Lösung entschieden, wird das Komzet Team eine überschaubare betriebliche Baustelle mit den jeweiligen Geräten bestücken. Die Mitarbeiter machen Ihre Erfahrungen mit der neuen Technologie während der Arbeit auf der Baustelle und im Büro. Die dabei aufkommenden Fragen und Probleme werden dann gemeinsam mit dem Komzet Team besprochen. Gemeinsam wird dann nach Lösungen gesucht. Ziel ist es, eine praxistaugliche Lösung, die möglichst passgenau auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist, zu finden.

Experimentierraum in der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜbA)

Neben den handwerklichen Fertigkeiten und Kenntnissen wird es in Zukunft selbstverständlich werden, dass digitale Hilfsmittel im Bauhandwerk zum Einsatz kommen. Daher ist es wichtig, dass die Auszubildenden schon frühzeitig den Umgang mit digitalen Techniken erlernen.

In der ÜbA repräsentiert der Ausbildungsmeister "den Chef". Und er wird künftig auch den sinnvollen Einsatz von digitalen Hilfsmitteln auf seinen Baustellen einführen. Somit lernen die Azubis nicht nur handwerklich zu arbeiten, sondern auch den Umgang mit digitalen Hilfsmitteln. Die Erfahrungen, die ein Azubi dann in seiner Ausbildungszeit macht, kann er als Impulse in seinen Betrieb geben und zum Beispiel einen Firmenbesuch im Komzet Experimentierraum anregen.

Neue Wege des betrieblichen Changemanagement

Ein weiterer Baustein der Praxis der Experimentierräume bereitet Betriebe und MitarbeiterInnen auf das betriebliche Changemanagement vor. Dabei stehen Anforderungen aus dem Wandel der Wertschöpfungsketten und der Geschäftsmodelle im Vordergrund. Workshops und Weiterbildungsangebote stärken die Umbaukompetenz im Stuckateur-Handwerk.

Beteiligte

Das Projekt wird federführend vom Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade beim Berufsförderungswerk für das baden-württembergische Stuckateurhandwerk umgesetzt, unterstützt durch die BG Bau, FS|MEDIEN , Prof. Dr. Hütter (Ausbau-Manager), Forum für Soziale Technikgestaltung sowie dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e. V. (ZDB).

Neben den Fachexperten beteiligen sich 12 Handwerksbetriebe unterschiedlicher Größen (zwischen 3 und 80 Mitarbeiter) als aktive Projektpartner, die eigene Anforderungen, Erfahrungen und Ideen einbringen können.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Dr. Roland Falk

Leiter Innovation und Entwicklung

Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade (KomZet)
Siemensstr. 8
71277 Rutesheim
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Steckbrief

Themen:

  • Gesundheit
  • Wissen & Kompetenz

Projektlaufzeit

  • 11/2018 bis 11/2021