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Effektive und effiziente Förderung von Frauen in Führungspositionen

Das abgeschlossene Projekt "Frauen in Führungspositionen" hat gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist, um die langfristige Beteiligung von Frauen in Führungspositionen sicher zu stellen. Das Nachfolgeprojekt knüpfte hier an, um den Transfer der Ergebnisse auf politischer und organisationaler Ebene zu befördern.

Eine Frau und zwei Männer bei einem geschäftlichen Treffen. © Colourbox.com

Auch wenn seit einigen Jahren Unternehmen sich im Rahmen ihrer Corporate Governance Aktivitäten zunehmend zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern bekennen und diese Thematik intensiv sowohl in Politik als auch Gesellschaft diskutiert wird, sind bisher nur wenige Frauen in Führungsetagen anzutreffen.

Die Ergebnisse des abgeschlossenen Vorgängerprojektes "Frauen in Führungspositionen" zeigten erheblichen Handlungsbedarf, um die langfristige Beteiligung von Frauen in Führungspositionen sicher zu stellen.

Das neue Projekt "Effektive und effiziente Förderung von Frauen in Führungspositionen" knüpft hier an, um den Transfer der Ergebnisse auf politischer und organisationaler Ebene zu befördern.

Dazu wurden zwei grundsätzliche Ziele abgeleitet: Zum einen den Zugang zu "Guter Praxis" mit entsprechenden Werkzeugen für Unternehmen aller Größenordnungen zu ermöglichen, um den Transfer nachhaltig zu sichern und zum anderen die Erfolge des Transfers (für den Gesetzgeber) volkswirtschaftlich transparent im Längsschnitt sowohl für Aktienunternehmen als auch für KMU zu verfolgen, um die Veränderung der Situation substantiell zu gewährleisten.

Zu diesem Zwecke wurden im Rahmen des Projektes vier Module erarbeitet und umgesetzt. Das erste Modul beinhaltet einen Entwurf zur Änderung des regulatorischen Umfeldes, speziell der Regelungen im Deutschen Corporate Governance Kodex. Als Ergebnis dieses Moduls wird vorgeschlagen, anstelle einer gesetzlichen Quote eine Verpflichtung (z.B. in Form einer Soll-Vorgabe im deutschen Corporate Governance Kodex und im Handelsgesetzbuch) für Unternehmen zu entwickeln und einzuführen, den Frauenanteil auf den drei obersten Führungsebenen in den Geschäftsberichten zu veröffentlichen.

Das zweite Modul zielt auf den organisationalen Transfer ab und beinhaltet einen Werkzeugkasten für eine effektive und effiziente Frauenförderung auf Unternehmensebene inkl. des entsprechenden Instrumentariums für ein zielkonformes Controlling. In Abhängigkeit verschiedener Unternehmenseigenschaften (z.B. Unternehmensgröße, Branche) wurden konkrete Managementempfehlungen inklusive Umsetzungspläne und Evaluierungsinstrumente entwickelt. Diese wurden in einem Online-Tool implementiert, das den Unternehmen zur Selbstnutzung zur Verfügung gestellt wurde.

Das dritte Modul umfasst die Einführung, Pilotierung und Evaluation des entwickelten Instrumentariums auf Unternehmensebene. Darüber hinaus dient dieses Modul der Netzwerkbildung und dem Erfahrungsaustausch in einer Pilotregion.Im Ergebnis zeigt sich, dass das Tool als grundsätzlich hilfreich und anregend empfunden wurde. Unternehmen mit umfangreicher Erfahrung dahingegen sehen einen eher geringen Mehrwert im Online-Tool. Im Rahmen der Netzwerkbildung zeigt sich, dass einerseits ein hoher Bedarf besteht, sich untereinander auszutauschen, dass jedoch andererseits die Vielzahl an angebotenen Netzwerken als kontraproduktiv erachtet wird und dringend eine Bündelung der Aktivitäten empfohlen wird.

Das vierte Modul dient dann der großflächigen Erfassung des Fortschritts der Förderung von Frauen in Führungspositionen und möglicher Wirkungen der regulatorischen und unternehmerischen Maßnahmen im Längsschnitt. Dies beinhaltet eine jährliche Messung und Überprüfung der eingeführten Maßnahmen und des Frauenanteils auf Basis einer Unternehmensbefragung zur Erfassung aktueller Maßnahmen und Trends bei den 600 wichtigsten deutschen Unternehmen und ausgewählter KMU. Über den gesamten Projektzeitraum von drei Jahren zeigte sich, dass das Thema "Frauen in Führungspositionen" ein Thema ist, das in der Gesellschaft und auf Unternehmensebene angekommen ist. Jedoch wird es nach wie vor kontrovers diskutiert und es herrscht weder Einigkeit über die Notwendigkeit etwas aktiv an der Gesamtsituation zu ändern, noch über die konkreten Maßnahmen, die es zu ergreifen gilt.

Das Projekt ist Teil der Forschungsaktivitäten des Instituts für Unternehmensführung (IBU) unter der Leitung von Professor Dr. Hagen Lindstädt, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)/Universität Karlsruhe (TH) im Bereich Corporate Governance, in Zusammenarbeit mit Dr. Christine Watrinet von ars serendi, einem Spin-Off des IBU.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Dr. Kerstin Fehre

Institut für Unternehmensführung (IBU)
Kaiserstr. 90
76133 Karlsruhe
E-Mail schreibenTelefon: 0721 6084-4743
Fax: 0721 6084-6046

Dr. Christine Watrinet

ars serendi
Herrenberger Str. 14
71032 Boeblingen
E-Mail schreibenTelefon: 07031 72 12 200

Steckbrief

Themen:

  • Chancengleichheit & Diversity

Projektlaufzeit

  • 10/2010 bis 09/2013