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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

GuSagO - Modellvorhaben „Gute Schichtarbeit in gesunden Organisationen
- wissenschaftliche Analysen und betriebliche Gestaltungsstrategien“

Das Vorhaben diente dazu, Unternehmen zu unterstützen, die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in langjähriger Schichtarbeit zu erhalten und Maßnahmen zur Prävention und zur Bewältigung von Belastungen und Folgeproblemen in der Schichtarbeit zu entwickeln und zu erproben.

Arbeiter montiert Bauteil eines Hochspannungs-Abnehmers. © Fotoagentur Fox | Uwe Völkner

Hintergrund

Ausgangspunkt des Vorhabens war die praktische Herausforderung in vielen Betrieben, für eine wachsende Zahl von Beschäftigten mit Einsatz- und Leistungseinschränkungen adäquate Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Eine besondere Brisanz besitzen dabei Einschränkungen für den Einsatz in Schichtarbeit: Je mehr Mitarbeiter nicht mehr in der Schicht- bzw. Nachtarbeit einsetzbar sind, desto schwieriger wird die Personalplanung zur Aufrechterhaltung eines regulären Schichtbetriebs. Für die (noch) „schichttauglichen“ Mitarbeiter/innen wiederum steigen in der Konsequenz die arbeitszeitbedingten Belastungen und damit auch die gesundheitlichen Risiken an, wenn sie die personellen Ausfälle durch zusätzliche Schicht-/Nachtdienste kompensieren müssen. Frühere Lösungen wie Schonarbeitsplätze existieren kaum noch; die Möglichkeiten für einen vorzeitigen Ausstieg aus der Erwerbsarbeit wie etwa Vorruhestand wurden weitgehend abgeschafft. Betriebliche und tarifliche Angebote zur Schichtbefreiung ab einem bestimmten Lebensalter können zwar Lösungen im Einzelfall schaffen, sind aber angesichts des demografischen Wandels und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit für eine breite Anwendung kaum eine zukunftsfähige Option.

Fragestellungen und Projektziele

Was also können Unternehmen konkret tun, um Ressourcen der Mitarbeiter/innen zur Leistung von Schichtarbeit zu fördern, Belastungen zu reduzieren und die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Schichtarbeiter möglichst lange zu erhalten? Dies ist nicht nur eine arbeitsmedizinische Frage, sondern es ist davon auszugehen, dass vielschichtige gesundheitliche, betriebliche, soziale und persönliche Gründe dafür ausschlaggebend sind, ob die einzelne Person sich in der Lage sieht, Schichtarbeit dauerhaft ausüben zu können.

Für das Vorhaben standen daher folgende Fragestellungen im Mittelpunkt:

  • Gibt es Tätigkeits- und Berufsfelder, in denen langjährige Schichtarbeit besser verträglich ist als in anderen, was sind die Ursachen dafür und was kann man daraus lernen?
  • Inwieweit bestehen Zusammenhänge zwischen individueller Schichttauglichkeit, den spezifischen Arbeitsanforderungen, der Arbeitsorganisation und arbeits(zeit)bedingten Belastungen?
  • Wie wird mit den Anforderungen der Schichtarbeit individuell umgegangen? Warum wird Schichtuntauglichkeit angestrebt oder nach Möglichkeit vermieden? Welche individuellen, familiären, finanziellen, sozialen und betrieblichen Aspekte stehen hinter den Motiven?
  • Wie reagiert der Betrieb auf das Problem zunehmender Schichtuntauglichkeit? Welche Strategien und Personaleinsatzkonzepte werden bereits verfolgt, welche sind erfolgversprechend? Welche Barrieren treten bei der Umsetzung solcher Konzepte auf?

Das Projekt sollte in diesem Feld anwendungsorientiertes Wissen generieren und zum Gegenstand neuer personalpolitischer Handlungsansätze und ganzheitlicher Gestaltungskonzepte machen. Es hat dabei Beschäftigte und Interessenvertretungen, Entscheider und Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitsschutz und Arbeitsmediziner in Unternehmen sowie Experten/Multiplikatoren adressiert und dabei zwei strategische Ziele verfolgt:

  • Durch präventive Maßnahmen sollen die individuelle Arbeitsfähigkeit in der Schichtarbeit langfristig erhalten und gesundes Arbeiten bis zur Rente ermöglicht werden.
  • Unternehmen und Verwaltungen sollen in die Lage versetzt werden, durch Gestaltungsmaßnahmen die Bedingungen der Schichtarbeit zu verbessern und so langfristig die Leistungsfähigkeit und Arbeitgeber-Attraktivität der Organisation verbessern.

Projektumsetzung

Dem Projektverbund gehörten Unternehmen aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor an. Sie repräsentierten Tätigkeitsfelder mit unterschiedlichen Anforderungen und Belastungsprofilen sowie typische Frauen- und Männerdomänen der Schichtarbeit:

  • STEAG GmbH
  • SHG Kliniken Völklingen
  • EJOT, Werke Bad Berleburg und Tambach
  • Arcelor Mittal, Werk Bremen

In den Verbundunternehmen wurden wissenschaftliche Bestandsaufnahmen durchgeführt und Prozesse zur Entwicklung betrieblicher Modelllösungen initiiert und begleitet. Auf der Basis der Ergebnisse wurde ein wissenschaftliches Buch zu Schichtarbeitspraxis und Schichtbiografien sowie eine Handlungshilfe zur Schichtarbeitsgestaltung erstellt. Das Buch ist über den Buchhandel beziehbar; die Handlungshilfe kann über die INQA-Webseite kostenfrei bestellt werden.
Die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), das Demographie Netzwerk (ddn), die BKK Firmus und das Demografie Netzwerk Saar (DNS) haben als Transferpartner das Vorhaben unterstützt.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Dr. Volker Hielscher

Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) e.V.
Trillerweg 68
66117 Saarbrücken
E-Mail schreibenTelefon: 0681 95 42 40

Steckbrief

Themen:

  • Gesundheit

Projektlaufzeit

  • 07/2016 bis 06/2019