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Management ständiger Erreichbarkeit - Neue Wege zum gesunden Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationsmedien (MASTER)

Etwa ein Drittel der abhängig Beschäftigten in Deutschland wird zumindest manchmal wegen Arbeitsangelegenheiten im Privatleben kontaktiert (BAuA, 2016). Dabei sind sich viele Beschäftigte unsicher, wie viel Erreichbarkeit von Ihnen erwartet wird, d .h. ob sie auf eine Anfrage von Chef oder Kollegen außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit noch reagieren müssen (Pangert, Pauls, Schlett & Menz, 2017). Im Projekt MASTER werden in Workshops mit Beschäftigten und Führungskräften Maßnahmen erarbeitet, die Erwartungen klären und den gesundheitsgerechten Umgang mit ständiger Erreichbarkeit ermöglichen sollen.

Ein Paar Frauenhände bedienen ein Smartphone. © Shutterstock.com

Das Projekt MASTER hat sich in einer ersten Projektphase (2014 bis 2017) mit Verbreitung, Ursachen, Folgen und Gestaltungsmöglichkeiten ständiger Erreichbarkeit bei mehr als 300 IT-Beschäftigten anhand von Interviews und Fragebögen befasst. Es zeigte sich, dass Erreichbarkeit vor allem auf die wahrgenommene Überlastung der Beschäftigten zurückgeht. Beschäftigte, die viel Zeit auf Erreichbarkeit in der Freizeit verwenden, können schlechter gedanklich abschalten und das Privatleben wird beeinträchtigt. Dies ist vor allem dann problematisch, wenn die Erreichbarkeit unvorhersehbar und auf Anfragen eine direkte Reaktion erforderlich ist. Auf dieser Grundlage wurden Workshops mit Beschäftigten und Führungskräften gestaltet, in denen Aktionspläne zum gesunden Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationsmedien erarbeitet wurden. Dabei ging es darum, die Erreichbarkeit einerseits zu reduzieren (z. B. durch die Klärung der gegenseitigen Erwartungen, die Verringerung der Arbeitsüberlastung und die gezielte Wissensweitergabe), andererseits deren negative Auswirkungen abzufangen (z. B. durch mehr Möglichkeiten zu zeit- und ortsflexiblem Arbeiten, durch individuelle Strategien im Umgang mit Erreichbarkeit). Diese Maßnahmen zeigten – zumindest bei den Beschäftigten, die aktiv daran teilnahmen – ihre Wirkung: Beschäftigte berichteten nach mehreren Monaten, weniger emotional erschöpft zu sein.

Zum Abschluss dieser ersten Projektphase wurden im Projekt Verfahren zum betrieblichen Management ständiger Erreichbarkeit entwickelt: Der Selbstcheck „Ständige Erreichbarkeit“ ermöglicht es Betrieben, eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen, um Einblick in die Häufigkeit, die Ursachen und die bereits bestehenden Umgangsweisen mit Erreichbarkeit zu erhalten. Der Leitfaden zum „Management ständiger Erreichbarkeit“ enthält eine Anleitung zur Durchführung eines Workshops zur Maßnahmenentwicklung.

Ein Video zu den Ergebnissen der ersten Projektphase finden Sie auf der Projekthomepage.

In einer zweiten Projektphase (2018 bis 2019) werden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen auf weitere Branchen übertragen. Im Fokus dieses Transfers stehen zwei Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche, da sich für diese Branche eine hohe Arbeitsmenge zeigen lässt und damit erhöhte Erreichbarkeitsanforderungen einhergehen. Für Beschäftigte in den Branchen Lehre und Erziehung sowie Gastronomie werden mit Hilfe von Interviews explorative Analysen durchgeführt. Es soll untersucht werden, inwiefern diese beiden Branchen, die sich immer wieder in Befragungen durch hohe Erreichbarkeit auszeichnen, mit den Branchen IT und Finanzdienstleistungen vergleichbar sind.

Grafik zeigt die Projektphasen. Bild in höherer Auflösung anzeigen

Die Grafik zeigt das Vorgehen im Projekt in den beiden Projektphasen.

Am Projekt MASTER ist neben der Arbeitsgruppe Wirtschaftspsychologie der Universität Freiburg der Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg als weiterer wissenschaftlicher Partner eingebunden. Mehrere Kooperationsunternehmen und Transferpartner sind am Projekt beteiligt.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Dr. Nina Pauls, Eberhard Thörel

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Engelbergerstr. 41
79085 Freiburg
E-Mail schreibenTelefon: 0761 203 9153

Prof. Dr. Wolfgang Menz

Universität Hamburg, WiSo-Fakultät, Fachbereich Sozialökonomie
Welckerstraße 8
20354 Hamburg
E-Mail schreibenTelefon: 040 42838 9889

Steckbrief

Themen:

  • Gesundheit

Projektlaufzeit

  • 09/2014 bis 12/2019