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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Psychosoziale Belastungen in Change Management-Prozessen

Aufgrund von vielen Veränderungen in der heutigen Arbeitswelt besteht die Notwendigkeit von enormen Umstrukturierungen, die teils aber auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter haben können. Daher wurden in dem Projekt der Initiative Neue Qualität der Arbeit Handlungshilfen zur Begleitung und Gestaltung von mitarbeiterorientierten Change-Prozessen entwickelt.

Eine Frau kreist mit ihrem Finger den Begriff Change Management in einem Schaubild ein. © Colourbox

Problemstellung

Immer mehr Unternehmen und Institutionen stehen aufgrund des sich verschärfenden globalen Wettbewerbs, der sich wandelnden Wirtschafts- und Arbeitswelt und den Folgen des demografischen Wandels mit drohendem Fachkräftemangel vor der Notwendigkeit tief greifender Umstrukturierungen. Ein dynamisches Change Management stellt aber für die betrieblichen "Gestalter" von Arbeit, für Interessenvertretungsorgane und für das Bewältigungshandeln der arbeitenden Menschen eine große Herausforderung dar.

Etwa drei Viertel aller Betriebe leiten heute Restrukturierungen, Reorganisationen oder Change Management-Prozesse in den unterschiedlichsten Formen ein. Die Flexibilitätsanforderungen der dynamischen Märkte haben dazu geführt, dass viele Unternehmen auf eine permanente Reorganisation setzen, jedoch überwiegend ohne die für die Umsetzung auf der operativen/shop floor Ebene Verantwortlichen und die Beschäftigen entsprechend zu beteiligen.

Zeitgleich hat die Zahl der psychischen und psychosozialen Erkrankungen ein "Rekordniveau" erreicht. EU-weit verursacht z.B. arbeitsbedingter Stress jährliche Kosten von 20 Billionen Euro und über 50% des Absentismus sind darauf zurückzuführen. Psychosoziale Gefährdungsfaktoren wie Angst vor Arbeitsplatzverlust, permanenter Leistungsdruck, unzureichende Entscheidungsspielräume und geringe Mitbestimmungsmöglichkeiten gewinnen so auf der Ebene der Beschäftigten zunehmend an Gewicht und stehen im Widerspruch zu den Erfordernissen, die Innovations- und Beschäftigungsfähigkeit von MitarbeiterInnen zu erhalten bzw. zu erhöhen.

Diese Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und über praxisnahe Maßnahmen die Prozesse menschengerecht(er) zu gestalten muss daher ein zentrales zukünftiges Handlungsfeld interdisziplinärer Arbeitsforschung und Arbeitspolitik sein. Vor allem den Betriebsräten und den betrieblichen "Umsetzern" der unteren und mittleren Führungsebene kommt dabei eine doppelte Rolle zu: Sie müssen sich selbst das nötige Wissen aneignen und zudem den Transfer des Wissens an die Beschäftigten leisten, um mit Hilfe von fachlichem, methodischem und sozialem Wissen erfolgreich den veränderten Marktbedingungen angepasste Betriebsstrukturen zu schaffen. Praxistaugliche Hilfestellungen dazu fehlen weitgehend.

Projektziele

Für Betriebe wurde eine Handlungsanleitung zur Begleitung und Gestaltung mitarbeiterorientierter Change-Prozesse - modellhaft für die Metall- und Elektrobranche - entwickelt und erprobt. Grundlage dafür waren die Sammlung und Bilanzierung integrationsfähiger betrieblicher Gestaltungslösungen und transdisziplinärer Umsetzungen von (nicht nur) arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Abbau von psychosozialen Gefährdungsfaktoren und Förderung der Entwicklung der Persönlichkeit in betrieblichen Veränderungsprozessen. Dazu wurden auch methodisch innovative Wege beschritten, indem Formen inter- und transdisziplinärer arbeitswissenschaftlicher Problembearbeitung erprobt wurden. Dies erschien notwendig, weil keine Einzeldisziplin bisher in der Lage war, angesichts des komplexen Problemszenarios zielgenaue betriebliche Lösungsstrategien zur Arbeitsgestaltung zu entwickeln.

Die Publikationen:

sind ein Teil der Ergebnisse des Projektes. Weitere Inhalte zum Thema finden Sie auf der Website des Dortmunder Forschungsbüro für Arbeit, Prävention und Politik (DoFAPP).

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Uwe Dechmann

Dortmunder Forschungsbüro für Arbeit, Prävention und Politik (DoFAPP)
Ardeystraße 245
58453 Witten
E-Mail schreibenTelefon: 02302 203 80 82

Steckbrief

Themen:

  • Gesundheit

Projektlaufzeit

  • 04/2013 bis 11/2015