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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Altersdifferenzierte Tarifpolitik zur Förderung der Innovations- und Beschäftigungsfähigkeit Älterer

Dieses Projekt befasste sich mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie und des Einzelhandels. Hierzu wurden Experteninterviews und Betriebsfallstudien durchgeführt.

Ältere Verkäuferin im Einzelhandel blickt lächelnd in die Kamera. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Dieses Projekt befasste sich mit den Auswirkungen des demographischen Wandels auf Betriebe der Metall- und Elektroindustrie, der Chemie- und Pharmaindustrie und des Einzelhandels. Hierzu wurden Experteninterviews und Betriebsfallstudien durchgeführt. Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden in der Broschüre " Arbeitsfähigkeit erhalten und fördern " aufbereitet.

Die Analysen in der Chemie- und Pharmaindustrie, der Metall- und Elektroindustrie und im Einzelhandel zeigen, dass Differenzierung bei der Diskussion der möglichen Auswirkungen des demographischen Wandels Not tut: Problemlagen, Handlungsbedarfe und betriebs- und tarifpolitische Lösungsansätze unterscheiden sich zwischen Branchen und auch zwischen Betrieben innerhalb gleicher Branchen teilweise erheblich.

Problemlagen:

  • Die Altersstrukturen in der Chemie- und Pharmaindustrie sind durch eine besondere Altershomogenität und ausgeprägte "Rechtsverschiebung" in den Alterskohorten 40+ gekennzeichnet und heben sich insofern sowohl von jenen in der Metall- und Elektroindustrie, insbesondere aber von jenen des Einzelhandels ab.
  • Zukünftig erwarten aber Betriebe aller drei Branchen verstärkt Probleme in zwei Feldern:

    1. Verlust von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit wegen zunehmendem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel sowie des wellenartigen Ausscheidens besonders qualifizierter älterer Beschäftigter und
    2. Zunahme und Akkumulation von körperlichen und verstärkt psychischen Belastungswirkungen.

Betriebspolitik:

  • Eine auf die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit bereits älterer Beschäftigter (50+) orientierte Arbeits- und Betriebspolitik fristet in den Branchen nach wie vor ein Schattendasein.
  • Betriebe, die sich vom Demografischen Wandel betroffen fühlen, sind hinsichtlich des Angebots von alter(n)sgerechten Maßnahmen aktiver.
  • Ein Umsteuern in der Arbeits- und Personalpolitik wird durch eine normativ noch immer wirksame "Vorruhestandsorientierung" - und zwar sowohl bei den Arbeitgebern wie unter den Beschäftigten - erschwert.
  • Auch das Spannungsverhältnis zwischen einer demografiesensiblen, notwendigerweise langfristig orientierten Personalpolitik einerseits und kurzfristigen ökonomischen Interessen seitens der Betriebe andererseits blockiert alternsgerechte Arbeits- und Betriebspolitik.

Tarifpolitik:

  • Tarifpolitik setzt wirksame Impulse durch eine betriebliche Thematisierung und Legitimierung veränderter arbeits- und betriebspolitischer Orientierungen, wie die Erfahrungen mit dem Demografie-Tarifvertrag in der Chemie- und Pharmaindustrie zeigen. Prozedurale Regelungen dieser Art stellen aber erhöhte und teilweise neue Anforderungen an die Strategie- und Handlungsfähigkeit der Betriebsparteien. Hier ist (weitere) externe Unterstützung sinnvoll.

Das Projekt wurde am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel in Kooperation mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) durchgeführt und mit einem Abschlussworkshop im Dezember 2010 erfolgreich beendet.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Dr. Knut Tullius

Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen an der Georg-August-Universität
Friedländer Weg 31
37085 Göttingen
E-Mail schreibenTelefon: 0551 5220-511

Steckbrief

Themen:

  • Chancengleichheit & Diversity
  • Demografie

Projektlaufzeit

  • 10/2008 bis 09/2010