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Zukunftsfaktor Mensch - Handwerk im demografischen Wandel

Mit welchen Handlungsbedarfen sind kleine und mittelständische Handwerksbetriebe im Umgang mit dem demografischen Wandel konfrontiert und wie können sie unterstützt werden? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden in einem Projekt der Handwerkskammer Bremen verschiedene, auf das Handwerk zugeschnittene Herangehensweisen erprobt.

Älterer Bodenleger gibt einem Lehrling Anschauungsunterricht. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Mit welchen Handlungsbedarfen sind kleine und mittelständische Handwerksbetriebe im Umgang mit dem demografischen Wandel konfrontiert und wie können sie unterstützt werden?

Zur Beantwortung dieser Fragen wurden in einem Projekt der Handwerkskammer Bremen in der Zeit vom 01.09.2009 bis zum 30.11.2011 verschiedene, auf das Handwerk zugeschnittene Herangehensweisen erprobt. Das Projekt wurde in Kooperation mit den Partnern DemografieNetzwerk Nordwest e.V., HandWERK gGmbH and Universität Vechta durchgeführt und von der Initative Neue Qualität der Arbeit gefördert. Das Projekt berücksichtigte die überwiegend regionale Struktur des Arbeitsmarkts und der Nachfrage im Handwerk.

Ein Projektansatz bestand in der Information und betriebspezifischen Sensibilisierung von 49 Betrieben verschiedener Gewerke durch Demografieberater. Dabei wurden ausgehend von den jeweiligen Alterstrukturen und der betrieblichen Situation konkrete Handlungsbedarfe und Lösungsmöglichkeiten mit den Betriebsinhabern diskutiert.

Ein weiterer Zugang war die handwerksbezogene Weiterbildung. Es wurden im Rahmen des Projekts Demografie-Module entwickelt, die in bestehende Lehrpläne der Meister- und AEVO-Qualifizierung sowie in Lehrgänge zur Vorbereitung auf den "Betriebswirt des Handwerks" integriert wurden. Die Intention dabei war, zukünftige Führungskräfte im Handwerk frühzeitig auf die Herausforderungen des demografischen Wandels und betriebliche Handlungsmöglichkeiten vorzubereiten.

Weiterhin wurde im Projekt die Vernetzung von Institutionen und Betrieben zum Austausch über demografiebewusste Personalarbeit im Handwerk unterstützt.

Das Projekt wurde im Hinblick auf die Zielerreichung und die Wirksamkeit der Herangehensweise evaluiert. Es kann festgestellt werden, dass die Ziele erfolgreich realisiert wurden. Wesentliche Erkenntnisse sind:

  1. Die Betriebsinhaber beurteilen die Demografie-Beratungen mehrheitlich als sehr sinnvoll und benannten insbesondere als Nutzen:

    1. Sensibilisierung für die Breite bzw. Komplexität des Themas
    2. Hervorhebung eines langfristigen, strategischen Themas, das ansonsten leicht im Tagesgeschäft aus dem Blick gerät
    3. Gewinnung einer Einschätzung im Vergleich zur Branche, welche Ressourcen der Betrieb hat und was schon an effektiven Maßnahmen umgesetzt wird
  2. Die Handlungsfelder des demografischen Wandels mit der höchsten Bedeutung sind nach Einschätzung der Betriebsinhaber Weiterbildung, Führung und Unternehmenskultur sowie Gesundheitsförderung/Gesundheitsmanagement. Es folgt das Thema Personalgewinnung. Weniger wichtig erscheinen die demografiebewusste Marktorientierung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Unternehmensnachfolge.
  3. Eine deutliche Mehrheit von 83 % der Betriebsinhaber spricht sich dafür aus, Demografieberatungen in das reguläre Angebot der Handwerkskammer aufzunehmen.
  4. Demografischer Wandel ist ein wichtiger Bildungsbaustein für künftige Führungskräfte im Handwerk. Die integrierten Demografie-Module für die Vorbereitung zur AEVO-Prüfung, Meister-Prüfung und für den Abschluss "Betriebswirt des Handwerks" passen gut zu bestehenden Curricula, wie Rückmeldungen der Dozenten und Teilnehmenden in der Evaluation zeigen. Die Module wurden den für die Curricula-Entwicklung und -Standardisierung zuständigen Institutionen vorgestellt. Die Teilnehmer profitieren umso mehr von den Modulen, je mehr Zeit in den Lehrgängen für die Erarbeitung zur Verfügung steht. Eine Aufnahme des Themas in den Prüfungskatalog trägt zur Steigerung der Bedeutung und zur Verankerung bei.
  5. Erfahrungsaustausch in Netzwerken und auf Informationsveranstaltungen ist für Betriebe vor allem dann interessant, wenn konkrete Lösungen vorgestellt werden. Aufgrund begrenzter Ressourcen bewerten Betriebsinhaber den erwarteten Nutzen von Veranstaltungen besonders kritisch.
  6. Im Projekt wurde ein besonderer Fokus auf den Austausch der internen und externen Berater und Dozenten gelegt. Hierzu wurden zu Beginn, während und gegen Ende des Projekts verschiedene Workshops durchgeführt. Diese Vorgehensweise kann als sehr fruchtbar und erfolgreich beurteilt werden, denn dadurch wurden Vertrauen und Synergien aufgebaut.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Tuku Roy-Niemeier

Handwerkskammer Bremen
Ansgaritorstr. 24
28195 Bremen
E-Mail schreibenTelefon: 0421 30500-312
Fax: 0421 30500-319

Steckbrief

Themen:

  • Führung
  • Demografie
  • Mittelstand

Projektlaufzeit

  • 09/2009 bis 08/2011