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In einem gemeinsamen Projekt mit der Johanniter Seniorenhäuser GmbH untersuchte die Fachgruppe Pflegeforschung des Instituts für Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität in mehr als 50 Altenpflegeeinrichtungen die drei Bereiche Arbeitsbedingungen, Pflegequalität und Betriebswirtschaftlichkeit und ihren Zusammenhang. Der Abschlussbericht dokumentiert die Ergebnisse der dreijährigen 3Q-Studie.

Besprechung von drei Krankenschwestern und einem Pfleger. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

In einem gemeinsamen Projekt mit der Johanniter Seniorenhäuser GmbH und der Initiative Neue Qualität der Arbeit untersuchte die Fachgruppe Pflegeforschung des Instituts für Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität im Zeitraum von 2007 bis 2010 in mehr als 50 stationären Altenpflegeeinrichtungen erstmalig in Deutschland - Personal, Bewohner und betriebswirtschaftliche Indikatoren. Ziel war es, die drei Bereiche Arbeitsbedingungen, Pflegequalität und Betriebswirtschaftlichkeit und ihren Zusammenhang wissenschaftlich zu untersuchen.

Ausgangslage

In Einrichtungen der stationären Altenhilfe in Deutschland besteht bereits heute ein Mangel an Pflegepersonal, der sich angesichts der demografischen Entwicklung mittel- und langfristig noch erhöhen wird. Erkenntnisse aus der europäischen NEXT-Studie (Nurses Early eXiT) haben gezeigt, dass in Altenpflegeeinrichtungen die Arbeitsbedingungen für Pflegepersonal oft noch ungünstiger beurteilt werden, als in Krankenhäusern. Hinzu kommt, dass Altenpflegeeinrichtungen heutzutage unter einem enormen Kostendruck stehen wobei zunehmend die Qualität der Pflegearbeit in Frage gestellt wird.

Arbeitsbedingungen, Pflegequalität und Effizienz

Untersuchungen in amerikanischen Krankenhäusern haben gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen und das Qualifikationsniveau der Pflegekräfte einen hohen Einfluss auf die Pflegequalität und direkte Konsequenzen für die betriebswirtschaftliche Situation der Einrichtungen haben. In Deutschland lagen zum Beginn der 3Q-Studie in diesem Bereich noch keine Erkenntnisse vor.

Die 3Q-Studie

Ziel: Das übergreifende Ziel der 3Q-Studie ist, die Arbeitsbedingungen in Altenpflegeeinrichtungen zu verbessern. Dabei soll auch gezeigt werden, inwieweit sich die Qualität der Arbeitsbedingungen auf die Pflegequalität sowie auf die betriebswirtschaftliche Situation der Altenpflegeeinrichtungen auswirkt.

Von 2007 bis 2010 wurden in mehr als 50 stationären Altenpflegeeinrichtungen:

  • drei Mitarbeiterbefragungen bei jeweils mehr als 3000 Beschäftigten durchgeführt
  • quartalsmäßig Indikatoren der Struktur und Ergebnisqualität auf Bewohnerebene
  • sowie Indikatoren der betrieblichen Wirtschaftlichkeit erhoben.

Durch eine gezielte verständliche Rückmeldung der jeweiligen erhobenen Daten war es jeder Altenpflegeeinrichtung möglich, in den drei Bereichen eigene Stärken kennen zu lernen und Defizite zielgerichtet angehen zu können. Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation wurden in den einzelnen Einrichtungen selbständig durchgeführt und mittels zusätzlicher qualitativer Interviews mit den Einrichtungsleitungen evaluiert.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse weisen daraufhin, dass trotz der erschwerten Rahmenbedingungen in den stationären Altenpflegeeinrichtungen durch z.B. eine Erhöhung der Prävalenz von Bewohnern mit Demenz, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten sich nicht verschlechtert haben. Gleichzeitig konnte besonders im Bereich der pflegerischen Versorgung von Bewohnern mit Demenz eine Steigerung der Zufriedenheit festgestellt werden.

Aus den Analysen konnten sowohl attraktive als auch unattraktive Einrichtungen identifiziert werden. Attraktive Einrichtungen zeichnen sich besonders durch niedrigere "quantitative Anforderungen" und mehr "Zeit für Gespräche mit Bewohnern" aus. Die Attraktivität einer Einrichtung hat einen großen Einfluss sowohl auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Pflegenden sowie auf den Gedanken die Einrichtung zu wechseln.

Auf Einrichtungseben haben sich als positiv die spezifischen Rückmeldungen der Mitarbeiterbefragungen mittels Einrichtungsvergleiche erwiesen, die eine Unterstützung des Managements für durchgeführte Interventionsmaßnahmen darstellten. Ein erwarteter Zusammenhang von Arbeitsbedingungen, Pflegequalität und betriebswirtschaftlichen Indikatoren ist nur sehr begrenzt statistisch nachweisbar.

Weitere Ergebnisse finden sich auf der Website der 3Q-Studie. Der Abschlussbericht ist als PDF-Dokument verfügbar.

Durchführung und Finanzierung

Bei der 3Q-Studie handelt es sich um ein Folgeprojekt der europäischen NEXT-Studie. Die 3Q-Studie wurde geleitet von der Fachgruppe Pflegeforschung des Instituts für Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität Wuppertal. Finanziert wurde die 3Q-Studie anteilsmäßig von der Johanniter Seniorenhäuser GmbH und der Initiative Neue Qualität der Arbeit.

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Zusatzinformationen

Ansprechpartner/in

Prof. Dr. Bernd Hans Müller

Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42097 Wuppertal
E-Mail schreibenTelefon: 0202 439-2112
Fax: 0202 439-3828

Steckbrief

Themen:

  • Führung
  • Mittelstand
  • Pflege

Projektlaufzeit

  • 01/2007 bis 12/2009

Infomaterial