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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Boni: Kollektiv schlägt Ego

Vergütungspraktiken sorgen immer wieder für Diskussionen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat im Monitor "Variable Vergütungssysteme" untersuchen lassen, wie sich Boni auf die Arbeitsqualität auswirken: Boni für Unternehmensziele steigern die Arbeitszufriedenheit und Identifikation, solche für individuelle Leistungen schmälern sie.

Aktuell nutzen etwa 60 Prozent der befragten Betriebe variable Vergütungen. Der Bonus bemisst sich bei Führungskräften in der Regel zur Hälfte am Unternehmenserfolg, zu einem Drittel an der persönlichen Leistung und zu einem Fünftel am Erfolg des Teams. Letzteres rückt im Vergleich zu den Vorjahren stärker in den Fokus. "Arbeitszufriedenheit, Commitment und Kooperationsbereitschaft steigen, wenn sich Boni stärker am Unternehmens- und Teamerfolg bemessen", so Studienautor Prof. Dr. Dirk Sliwka von der Universität zu Köln. Die Arbeitszufriedenheit und Kooperationsbereitschaft sinken dagegen, wenn der Fokus auf der individuellen Leistung liegt. Auf Engagement und Gesundheit haben die verschiedenen Vergütungssysteme keinen Effekt.

Je größer Unternehmen sind, desto eher setzen sie auf variable Vergütungssysteme. Die Metallindustrie greift häufiger auf diese Form der Entlohnung zurück, die Kommunikationsbranche seltener. Angestellte mit Leitungsfunktion und hohem Bildungsniveau erhalten deutlich häufiger Boni als andere, vor allem weibliche Beschäftigte und solche in Teilzeit. Der durchschnittliche Anteil der variablen Vergütung bei Führungskräften liegt bei 18 Prozent des Grund- bzw. Festgehalts.

Die Hälfte der Unternehmen nutzen Zielvereinbarungen als Basis für Boni. Die Längsschnittanalyse zeigt jedoch, dass sie sich nur dann positiv auf Arbeitszufriedenheit und Engagement auswirken, wenn die Bonuszahlungen nicht an sie geknüpft sind. Über 40 Prozent der Betriebe nutzen zudem freiwillige Sonderzahlungen, die sie für die gesamte Belegschaft ausschütten, vor allem in der Metallindustrie und im verarbeitenden Gewerbe. Im Handel hingegen nimmt die Bedeutung der Sonderzahlungen ab.

Inwiefern die Digitalisierung des Arbeitsmarktes Auswirkungen auf Vergütungssysteme hat oder ob sinnstiftende Arbeit, flexible Arbeitszeiten und –orte sowie mehr Freizeit gegenüber Boni an Bedeutung gewinnen, soll im Zuge der weiteren Auswertungen der Betriebs- und Beschäftigtenbefragung "Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg" analysiert werden.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet Unternehmen viele Checks, Praxisbeispiele und Programme zur Stärkung der Unternehmenskultur, vor allem in den Bereichen Führung, Vielfalt, Gesundheit und Kompetenz: www.inqa.de.

Infografik Wie wirkt variable Vergütung auf die Arbeitsqualität aus? Basieren Boni auf der individuellen Leistung, sinken Arbeitszufriedenheit und Kooperationsbereitschaft, wohingegen Arbeitszufriedenheit und Commitment steigen, wenn sich Boni am Erfolg des Gesamtunternehmens bemessen.

Der Monitor "Variable Vergütungssysteme" basiert auf der Längsschnittstudie "Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg", für die 770 Personalverantwortliche sowie 7.100 Beschäftigte befragt wurden.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen – entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen & Kompetenz sowie Chancengleichheit & Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen - auch regionalen - Unternehmens- und Branchennetzwerken: www.inqa.de.

Stand: 17.04.2018

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