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02.10.2015

Parlamentarischer Abend von ddn und Generali Zukunftsfonds

Wird bürgerschaftliches Engagement bereits in der betrieblichen Personalpolitik verankert, können gesellschaftliche Herausforderungen wie der Fachkräftemangel oder die Integration von Flüchtlingen besser bewältigt werden - das war die zentrale Botschaft des Parlamentarischen Abends mit dem Titel "Gemeinsam die demographische Herausforderung meistern" am 28. September in Berlin.

Franz Müntefering, Bundesarbeitsminister a.D., bei seiner Keynote am Parlamentarischen Abend des Demographie Netzwerks e.V. (ddn) und des Generali Zukunftsfonds. © Fotoagentur Fox/Uwe Völkner

Auf Einladung des Demographie Netzwerks e.V. (ddn) und des Generali Zukunftsfonds diskutierten rund 100 Teilnehmer aus Politik, Medien, Wissenschaft und Unternehmen in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Die Schirmherrschaft des Abends hatte die ehemalige Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Dr. Ursula Lehr übernommen.

Franz Müntefering, Bundesarbeitsminister a.D., brachte es in seiner Keynote auf den Punkt: "Unsere Wohlstandsfähigkeit hängt von der Fachkräftesicherung ab." Er warb dafür, jungen Frauen gerade in ländlichen Regionen attraktive berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Zudem schlug er den Abgeordneten eine ergebnisoffene Orientierungsdebatte im Deutschen Bundestag vor.

Christoph Zeckra, Gesamtverantwortlicher des Generali Zukunftsfonds, richtete den Blick vor allem auf die ungenutzten Potenziale der Älteren: "Auch die über 50-Jährigen möchten herausfordernde Aufgaben, sie wollen so lange wie möglich aktiv bleiben, ob arbeitend oder sozial engagiert". Nun gelte es zwischen dem demografischen Wandel, den Potenzialen des Alters, der Fachkräftesicherung und dem Bürgerschaftlichen Engagement stärker als bisher Verknüpfungen zu schaffen. Als positives Beispiel würden schon jetzt erste Unternehmen Beschäftigte für ehrenamtliche Aktivitäten freistellen. An die Politik appellierten ddn und Generali Zukunftsfonds die Altersgrenzen zu flexibilisieren und altersgerechte Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen.

In der Podiumsdiskussion rückte anschließend die Frage in den Mittelpunkt, wie Politik und Unternehmen angesichts wachsender Flüchtlingszahlen gemeinsam dazu beitragen können, Fachkräftepotenziale besser auszuschöpfen. Dass dies dringend geboten sei, um einen kollektiven Ausstieg der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben abzumildern, stellte Prof. Dr. Jutta Rump, Themenbotschafterin der Initiative Neue Qualität der Arbeit vom Institut für Beschäftigung und Employability, heraus. Kerstin Griese, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, wies darauf hin, dass zehn Prozent der Flüchtlinge aufgrund ihrer Qualifikationen direkt in den Arbeitsmarkt vermittelbar seien. Sie kündigte Investitionen in Sprachförderung und Integrationskurse an.

Willi Brase, Vorsitzender des Unterausschusses für bürgerschaftliches Engagement, erklärte, dass die Flüchtlingssituation noch mehr ehrenamtliche Helfer erfordere als dies bislang der Fall sei. Christine Stürtz-Deligiannis, Abteilungsdirektorin Grundsatzfragen bei der ING-DiBa, ergänzte, dass viele Unternehmen noch nach geeigneten Instrumenten suchen würden, um die Not der Flüchtlinge zu lindern. Einen hilfreichen Beitrag könnten aus ihrer Sicht Mentorenprogramme leisten.

Der Parlamentarische Abend verdeutlichte im Ergebnis drei Dinge, wie der ddn-Vorstandsvorsitzende und INQA-Themenbotschafter Rudolf Kast bilanzierte: Der demografische Wandel erfordert bürgerschaftliches Engagement, zu dem Ältere und Unternehmen viel beitragen können. Und: Soziales Engagement ist gefragt unter den Fachkräften von heute und morgen und kann Unternehmen dabei helfen, Fachkräfte zu gewinnen sowie aktiv zur Standortqualität beizutragen. In der Flüchtlingsdiskussion setzen alle Akteure auf eine schnelle Integration in den Arbeitsmarkt. Unternehmen können und sollten von den Erfahrungen anderer Unternehmen lernen. Das Demographie Netzwerk ddn e.V. nimmt hier eine zentrale Vorreiterrolle ein, indem es Unternehmen durch die Organisation des Erfahrungsaustauschs in den zwanzig regionalen ddn-Netzwerken bei diesem Lernprozess unterstützt.

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