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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

02.05.2018

Mit alternsgerechtem Arbeiten die Produktivität sichern

Digitalisierung und Demografie verändern die Arbeitswelt, gerade in der Produktion. Diesen Themen widmete sich am 25. April in Erfurt ein Demografie-Fachtag, den das Thüringer Netzwerk Demografie gemeinsam mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit gestaltete. Neben der Diskussion der Frage, wie Unternehmen auf eine älter werdende Belegschaft reagieren können, präsentierte der Fachtag beispielhafte Projekte aus der betrieblichen Praxis.

Siegelübergabe mit Peggy Lehmann, Mireille Raab, Kerstin Endrigkeit, Annegret Ehrke und Heike Werner Siegelübergabe mit Peggy Lehmann, IWT-Institut der Wirtschaft Thüringens GmbH; Mireille Raab, Ingenieurbüro Uwe Neubauer; Kerstin Endrigkeit, Arbeiterwohlfahrt Saalfeld gGmbH; Annegret Ehrke, Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH und Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (v.l.n.r.) © Thüringer Netzwerk Demografie

Den Fachtag eröffnete Heike Werner, Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie: „Mit alternsgerechten Arbeitsbedingungen vermeiden Betriebe Ausfälle, sichern Fachkräfte und damit ihre Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit. Daher ist es wichtig, gute Beispiele in Thüringen auszuzeichnen, von denen andere lernen können.“ Sie überreichte das Gütesiegel des Thüringer Netzwerks an die Arbeiterwohlfahrt Saalfeld gGmbH, die Eisenacher Versorgungs-Betriebe GmbH und das Ingenieurbüro Uwe Neubauer, die bereits mit Projekten für alternsgerechtes Arbeiten mit gutem Beispiel vorangehen.

Roswitha Weitz, IWT - Institut der Wirtschaft Thüringens GmbH, veranstaltete den Fachtag: „Altern ist beeinflussbar: Damit Unternehmen so lange wie möglich von der Erfahrung Älterer profitieren, müssen sie u. a. belastungsarme und ergonomische Arbeitsplätze sowie altersgemischte Teams schaffen. Einige in der Region sind hier bereits auf einem guten Weg.“ Dr. Götz Richter, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: „Die Digitalisierung trifft in der Produktion auf ältere Belegschaften. Das erfordert Konzepte, die die Stärken und die Belastungshistorie der Beschäftigten berücksichtigen. Dabei unterstützt die Initiative Neue Qualität der Arbeit mit einem Demografie-Check und dem Beratungsprogramm unternehmensWert:Mensch.“

Richter ist Mitherausgeber des Handbuchs „Produktionsarbeit in Deutschland – mit alternden Belegschaften“, das in 40 Beiträgen Perspektiven von Arbeitgeberseite, Gewerkschaften, Forschung, Politik und Betrieben bündelt. Das Handbuch beschreibt Chancen und Herausforderungen beim Einsatz älterer Beschäftigter in der Produktion und richtet sich an Führungs- und Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Beschäftigte im Personalwesen. Es analysiert Arbeitsanforderungen sowie körperliche und psychische Belastungen und präsentiert aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Praxisbeispiele von Audi, Continental, Robert Bosch und Daimler. Sie zeigen, wie Betriebe Arbeitsplätze alternsgerecht gestalten können: von Entlastungen durch Assistenzsysteme bis zu organisatorischen Veränderungen wie flexible Arbeitszeiten, Jobrotation, gemischte Teams oder einem Betrieblichem Gesundheits- und Eingliederungsmanagement.

Mitautor Dr.-Ing. Frank Lennings, Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e.V., nennt beim Demografie-Fachtag auf die Frage "Wie können wir Produktionsarbeit in Deutschland halten?" folgende Handlungsfelder: Konzentration auf Wertschöpfung, systematische methodenbasierte Rationalisierung, geführte Gruppenarbeit, anforderungsgerechte Stellenbesetzung und Qualifikation, Personalentwicklung und Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sowie Zeitorganisation.

Christoph Bachmann, Bereichsleitung Arbeitssicherheit/ Umweltschutz/ Betriebliches Gesundheitsmanagement, ContiTech AG, stellte das Projekt "Fachkräftesicherung durch altersstabile Arbeitsgestaltung" von Continental vor, das ergonomische Arbeitsplätze und eine Gefährdungsbeurteilung per Ampelsystem umfasst.

Impulse aus der betrieblichen Praxis gaben auch Sabine Voigt, Voigt electronic GmbH, und André Niemann, Peterseim Strickwaren GmbH. Bei einem Markt der Möglichkeiten stellten sich diverse Beratungsprojekte für den Mittelstand vor, unter anderen die Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung, das Thüringer Netzwerk Demografie sowie unternehmensWert:Mensch und das Audit „Zukunftsfähige Unternehmenskultur“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit.

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