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29.03.2019

Wie ein offener Umgang mit der psychischen Gesundheit gelingt – Impulse der psyGA-Arena in Köln

Dass Menschen am Arbeitsplatz und im Privaten psychosoziale Belastungen und Krisen erleben, ist keine Ausnahme. Was gewinnen Unternehmen, wenn ein offener Umgang damit auch am Arbeitsplatz möglich ist? Rund 100 Teilnehmende entwickelten bei der zweiten psyGA-Arena Lösungsansätze, um die psychische Gesundheit von ihrem Stigma zu befreien.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des INQA-Förderprojektes „psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) organisiert.

Bild mit Teilnehmern der zweiten psyGA-Arena in Köln © Kolja Matzke

Gesunde Führung spielerisch trainieren

Den eindrucksvollen ersten Impuls lieferte der Betriebspsychologe Dr. Ulrich Birner. Er leitet bei Siemens den Bereich „Psychosocial Health and Well-being“. Der Konzern setzt auf verschiedenen Ebenen an, um die Destigmatisierung voranzubringen. Dazu gehören ein Informationsportal rund um das Thema psychische Gesundheit, eine Kampagne zur Destigmatisierung von psychischen Erkrankungen sowie filmische Portraits von Mitarbeitenden, die eine Erkrankung überwunden haben und von ihren Erfahrungen berichten. In einem eLearning-Tool können Führungskräfte gesundes Führungsverhalten auf spielerische Art trainieren. Psychische Gesundheit sei ein Thema, dass man immer wieder und über einen langen Zeitraum „triggern“ müsse, lautete das Fazit des Betriebspsychologen.

Leistung und Erfolg neu definieren

Psychische Belastungen und Erkrankungen sind elementarer Bestandteil unseres Lebens und damit auch der Arbeitswelt. Jeder vierte Mensch erlebt im Laufe seines Lebens eine psychische Erkrankung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der psyGA-Arena waren sich einig, dass das Thema „Psyche“ häufig eine Abwehrhaltung hervorrufe und dass dies neben dem Leistungsdenken der Gesellschaft auch viel mit der Sprache zu tun habe. „Wir müssen die Begriffe Leistung und Erfolg neu definieren“, war eine Erkenntnis. Wenn psychische Erkrankungen ausgeklammert und Belastungen tabuisiert werden, haben Vorurteile leichtes Spiel. Um sie auszuräumen, helfe es, sowohl über eigene Belastungen zu sprechen als auch Veränderungen bei Kolleginnen und Kollegen offen zu thematisieren.

Ehrlicher Blick auf die eigene Organisation

In vier Ideenlaboren zu den Themen „Kommunikation“, „Arbeitsbedingungen“, „Unternehmenskultur“ und „Rahmenbedingungen“ diskutierten die Teilnehmenden, was der Destigmatisierung im Weg steht und wie sich das Tabu brechen lässt: Welche Form der Prävention brauchen Unternehmen? Was passiert, wenn Mitarbeitende Belastungen offen ansprechen – müssen sie fürchten, als weniger leistungsstark empfunden, also stigmatisiert zu werden? Gibt es Unterstützung für erkrankte Mitarbeitende, die eine Beratung oder Psychotherapie in Anspruch nehmen möchten?

Für eine ganzheitlich gesunde Unternehmens- und Arbeitskultur sollten Organisationen sich diese Fragen stellen und sie so umfassend betrachten wie die Teilnehmenden in der abschließenden Diskussion im Fishbowl-Format.

Weitere Informationen zur psyGA-Arena sowie ein Video zum Thema finden Sie hier.

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