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Zukunft sichern, Arbeit gestalten

10.04.2019

Nachlese zum Symposium „Arbeitsqualität und Personalmanagement“

Mit der Längsschnittstudie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“, getragen vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), entsteht seit 2012 ein einzigartiger Datensatz über die Arbeitswelt in Deutschland. Am 3. April wurden die Hauptergebnisse der Studie in Form einer Zwischenbilanz veröffentlicht und mit Wissenschaft, Sozialpartnern, Politik und Wirtschaft diskutiert.

Bild mit Teilnehmern des Symposiums „Arbeitsqualität und Personalmanagement“ Teilnehmer/innen des Symposiums „Arbeitsqualität und Personalmanagement“ © Christopher Markert

Die Arbeitswelt verändert sich, neue Berufsbilder und Tätigkeiten entstehen, flexible Arbeitsformen gewinnen an Bedeutung - Herausforderungen, für die passende Gestaltungsansätze gefunden werden müssen. Die Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ bietet eine fundierte Basis für die Gestaltung guter Arbeit.

In mittlerweile drei Befragungswellen mit jeweils einer Betriebs- und Beschäftigtenbefragung entstand ein einmaliger Datensatz, der im Längsschnitt Vergleiche zwischen den Perspektiven von Führungskräften und von Beschäftigten ermöglicht. Die Veröffentlichung einer Zwischenbilanz mit komprimierten Ergebnissen war Anlass für das Symposium im Hotel Aquino in Berlin.

Die an der Studie beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentierten dabei in Blitzlichtern die Ergebnisse zu einer Auswahl an ausgewerteten Themenschwerpunkten. Frau Prof. Dr. Susanne Steffes (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und der Universität zu Köln) sprach über die Themen „Digitalisierung“ sowie „Chancengleichheit“ von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt. Eine zentrale Erkenntnis: Frauen und Männer unterscheiden sich in wichtigen Parametern der Personalentwicklung – Frauen nehmen eine geringere Förderung wahr. Dr. Philipp Grunau (IAB) referierte zum Themenfeld „Mobiles und entgrenztes Arbeiten“ und zeigte auf, dass Beschäftigte mobiles Arbeiten und die damit verbundene Erreichbarkeit heute weniger belastend empfinden als noch vor einigen Jahren.
„Das alte und manchmal umstrittene Instrument der Zielvereinbarungen, kann ein nützliches Führungsinstrument sein, solange es nicht zwangsläufig mit variabler Vergütung verknüpft ist“, stellte Prof. Dr. Dirk Sliwka (Universität zu Köln) in seinem Vortrag zum Thema „Variable Vergütungssysteme“ fest.
Gesundheit war das Thema von Prof. Dr. Joachim Fischer (Mannheimer Institut für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin).

Er zeigte unter anderem, dass sich eine hohe Sorge um den Verlust des Arbeitsplatzes negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten auswirkt. Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit mit der Arbeit haben einen positiven Effekt auf die Gesundheit.

Im letzten Blitzlicht referierte Stefanie Wolter (IAB) zum Thema „Sozialer Wandel und mitarbeiterorientierte Unternehmensführung“. Demnach verfügen zwei Drittel der befragten Unternehmen über einen festgelegten Wertekodex, jedoch lediglich ein Viertel über eine Strategie zur Förderung der Diversität und Chancengleichheit der Belegschaft.

In einer anschließenden Talkrunde ordneten Dr. Rolf Schmucker (Leiter des Instituts DGB-Index Gute Arbeit) und Dr. Oliver Stettes (Institut der deutschen Wirtschaft) die Studienergebnisse aus Sicht der Sozialpartner ein und unterstrichen die Bedeutung für Gewerkschaften und die Wirtschaft.

Welche Fragen sind in Zukunft für die Arbeitswelt interessant und könnten in die Studie einfließen? Dazu sammelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer abschließend Themen. Neue Managementansätze wie Agilität und New Leadership sollen in Zukunft in der Studie berücksichtigt werden. Auch das Thema Migration wurde als wichtig erachtet. Ebenso spannend bleibt die Frage nach den Langzeitwirkungen bestimmter Personalmaßnahmen auf den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe.

Die vierte Befragungswelle läuft bereits, eine fünfte befindet sich Vorbereitung.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie unter www.inqa/monitore-arbeitsqualitaet.de. Hier können Sie auch die Zwischenbilanz sowie alle bisher erschienene Forschungsmonitore herunterladen bzw. bestellen.

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