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Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

19.09.2019

#praktischprobiert – Impulse für New Work: So lief der zweite INQA-Thementag

Am zweiten Tag der Messe Zukunft Personal 2019 setzte die Initiative Neue Qualität der Arbeit ihre Expertenrunden im Rahmen der INQA-Thementage fort. Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz, flexibles Arbeiten, Chancengleichheit in digitalen Zeiten und Fachkräftesicherung waren die Themen.

Diskussionsrunde © INQA | Kolja Matzke

Der 2. Tag am Stand der Initiative Neue Qualität der Arbeit startete mit einem Thema, das in vielen Unternehmen immer noch tabu ist: "Psyche? – Hab’ ich auch!". Welche seelischen Belastungen können durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien entstehen? Wie Unternehmen einen offenen Umgang mit dem Thema mentale Gesundheit finden und Betroffenen in den eigenen Teams nachhaltig helfen können, war Gegenstand beim ersten Talk mit Gesundheitsexperten. "Führungskräfte haben eine zentrale Rolle beim Thema psychische Gesundheit," sagte Dr. Ulrich Birner, Leiter des Bereichs Psychosocial Health and Well-Being bei der Siemens AG. Die Projektkoordinatorin beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit, Birgit Oehmcke, vertraut auf die nachfolgenden Generationen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass junge Menschen sehr offen mit seelischen Erkrankungen umgehen und das Thema so nach vorne bringen."

Auch das INQA-Projekt Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz (psyGA) greift das Thema in der neuen Ausgabe seines Magazins "Fokus: Tabuthema Psyche" auf. Experten aus Gesundheit, Wirtschaft und Verwaltung berichten über aktuelle Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Destigmatisierung von Psyche im Arbeitskontext. Die frisch gedruckten Fokus-Exemplare sind auf dem INQA-Stand erhältlich.

Immer mehr Menschen wollen von den Vorteilen einer digitalen Arbeitswelt profitieren und mobil von zu Hause oder von unterwegs arbeiten. In der Gesprächsrunde mit dem Titel "Mobiles Arbeiten, Home Office & Co – Chancen und Herausforderungen" diskutierten die Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer darüber, wie flexibles Arbeiten erfolgreich gelingen kann. "Homeoffice eignet sich nicht für jede oder jeden," argumentierte Dr. Philipp Grunau, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. "Aber nicht der Ort ist für Stress entscheidend, sondern die Arbeit selbst."

Die Arbeitswelt ist im Wandel – Organisations-, Führungs- und Karrieremodelle verändern sich rasant. Inwieweit kann die digitale Transformation Aufstiegs- und Entwicklungschancen von Frauen nachhaltig verbessern? Welche Perspektiven ergeben sich für weibliche Arbeitskräfte vor dem Hintergrund einer strukturellen Neuausrichtung? Darüber diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim dritten Talk "Ist die Zukunft weiblich? Neue Möglichkeiten der Digitalisierung für mehr Chancengleichheit". Prof. Dr. Jutta Rump, INQA-Botschafterin und Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability, hielt die Keynote zum Thema. Sie ist überzeugt: "Anforderungsprofile an Tätigkeiten und Ausbildungen werden sich aufgrund der Digitalen Transformation verändern. Es besteht jetzt die Chance, das Thema Gendergerechtigkeit mitzudenken."

Ob Handwerk oder Pflege – viele Branchen und Berufe in Deutschland beschäftigen sich verstärkt mit dem Thema Fachkräftesicherung. Unternehmen hoffen auf das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März 2020 in Kraft tritt und die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland regeln soll. Das vierte und letzte Expertengespräch am 2. Thementag widmete sich unter dem Titel "Fachkräfte im Fokus: Wo kommen die Expert*innen von morgen her" diesen drängenden Fragen. Angela Schäfer vom BANG Fachkräfte-Netzwerk sieht die Firmen in der Pflicht: "Sie müssen bereit sein, Mitarbeitende umzuschulen, wenn sie diese brauchen – und nicht zu warten, bis ihnen eine passende Person vor die Füße fällt. Hier müssen Betriebe umdenken und Weiterbildung mit gestalten."

Das war’s vom zweiten Messetag. Welche Höhepunkte der letzte Tag bot, darüber werden an dieser Stelle berichten.

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