Projektziel
Ziel des Projekts war es, die Zufriedenheit von Pflegekräften mit der Arbeitszeitgestaltung zu erhöhen und gleichzeitig die organisationale Resilienz von Pflegeeinrichtungen zu stärken –insbesondere durch Ansatzpunkte in den Bereichen Führung und Gesundheit. Auf diese Weise sollte sowohl ein Beitrag zur Sicherung der Versorgungsqualität in der Pflege als auch zur Aufrechterhaltung der Betriebswirtschaftlichkeit geleistet werden.
Als Ergebnis sollten darüber hinaus übertragbare Erkenntnisse und praxisnahe Lösungsansätze für eine mitarbeitendenorientierte Arbeits- und Arbeitszeitgestaltung in der stationären Altenpflege gewonnen werden.
Arbeitsweise
In drei kleineren Experimentierräumen der stationären Langzeitpflege wurden innerhalb des Projektes verschiedene Maßnahmen zur Arbeitszeitgestaltung erprobt. Grundlage bildeten dabei Instrumente von INQA sowie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Beschäftigte, Führungskräfte und Interessenvertretung wurden eng in den Prozess eingebunden, um Lösungen zu entwickeln, die sowohl individuellen Bedürfnissen als auch teambezogenen Anforderungen gerecht werden. Auch die Perspektive der Bewohner*innen floss in die Betrachtungen ein.
Konkret erfolgte das Vorgehen in mehreren Phasen: Zu Beginn wurden in einer Analysephase innovative Arbeitszeitmodelle recherchiert und ihre Umsetzbarkeit beim Praxispartner – der Sozial-Holding Mönchengladbach – geprüft. Zur systematischen Erhebung der Bedarfe von Pflegekräften und Führungskräften wurden Interviews, Tätigkeitsanalysen und eine Mitarbeitendenbefragung durchgeführt. Darauf aufbauend wurden in Workshops und mithilfe eines Ideenformular neue Arbeitszeitmodelle gesammelt, diskutiert und ausgewählt. In einer Einrichtung der Sozial-Holding wurden diese Ansätze anschließend praktisch erprobt und ausgewertet. Abschließend erfolgte die Weitergabe der Ergebnisse und Erfahrungen sowohl innerhalb der Sozial-Holding als auch überbetrieblich, um erfolgreiche Ansätze zu verbreiten und zu übertragen.
Inhaltlich konzentrierten sich die Experimentierräume auf drei zentrale Themenfelder: Dienstplanung im Team, mobiles Arbeiten in der Pflege und Ausfallmanagement. Ergänzend wurden Führungskräfte durch Workshops gezielt in ihrer Rolle gestärkt, da sie eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung von Arbeits- und Arbeitszeitbedingungen einnehmen.
Projektergebnisse und Unterstützungsangebote für die Praxis
Die Ergebnisse des Experimentierraums „Pflege:Zeit“ wurden in der Broschüre "Arbeitszeitgestaltung in der stationaeren Altenpflege – Ergebnisse aus dem INQA-Projekt Pflege:Zeit (PDF, 1 MB)" zusammengefasst. Interessierte finden darin bedarfsgerechte und flexible Arbeitszeitkonzepte, die gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt wurden und einen Beitrag zur Stärkung der Resilienz von Pflegeeinrichtungen leisten. Insbesondere gehören dazu Handlungsempfehlungen zum mobilen Arbeiten in der stationären Langzeitpflege sowie eine Orientierungshilfe für die Gestaltung von Betriebsvereinbarungen zur flexiblen Arbeitszeit in der stationären Altenpflege.
Darüber hinaus war das Projekt in mehreren Podcasts zu Gast, um innovative Arbeitszeitlösungen in der Pflege vorzustellen und gemeinsam mit Expert*innen u diskutieren.
Steckbrief
Projektleitung:
MA&T Sell & Partner GmbH (MA&T), Würselen
Projektpartner*innen:
Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen
Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach
Projektlaufzeit:
01.06.2023 – 31.05.2025
Webseite: