Projektziel
Ziel des INQA-Experimentierraum war es, Empfehlungen für das Re- und Upskilling unterschiedlicher Beschäftigtengruppen in der Finanzdienstleistungsbranche zu erarbeiten und neue Perspektiven aufzuzeigen, wenn bestimmte Tätigkeiten wegfallen oder vereinfacht werden.. Reskilling setzt auf berufliche Umschulungsmaßnahmen. Upskilling dient dazu, bestehende Rollen um neue Tätigkeiten zu erweitern.
Darüber hinaus sollten Empfehlungen entstehen, wie Lernmotivation und Lernfähigkeit gestärkt werden können. Ebenso ging es darum, den Sinn und die wahrgenommene Bedeutung der eigenen Arbeit zu erhalten und Beschäftigte darin zu unterstützen, gesund mit neuen Erwartungen und steigenden Resilienzanforderungen umzugehen.
Arbeitsweise
Zu Beginn identifizierte das Projekt relevante Trends in der Finanzdienstleistungsbranche und untersuchte deren Auswirkungen auf die Beschäftigung – sowohl quantitativ als auch qualitativ. Bestehende Tätigkeiten und Jobprofile wurden daraufhin analysiert, ob sie von Kompetenzverlust, also dem schwindendenden Bedarf an ausgebildetem Fachpersonal, betroffen sind (Deskilling) oder ob sie neuer Kompetenzen bedürfen (Re- oder Upskilling). Auch die Konsequenzen für die berufliche Ausbildung wurden in den Blick genommen. Ergänzend resultiert die Bankenspezifik der übrigen Projektergebnisse – insbesondere der Praxis-Guides, des Job-Tools, das Tool für die strategische Kompetenzplanung SYBIL@Banken und der Trend-Studie – aus der definierten Zielsetzung des Projekts und ist gleichzeitig eine Abbildung des Konsortiums und deren Kompetenzen. Sie zeigen die branchenspezifischen Rahmenbedingungen, Kompetenzanforderungen und Transformationsdynamiken, die für die Zielgruppe der Banken von zentraler Bedeutung sind.
Mit dem Quick Check Future Skills wurde zudem eine alternative, niederschwelligere Variante entwickelt, die nicht ausschließlich auf den Bankensektor beschränkt ist, mit dem Ziel, eine höhere Reichweite und Transferfähigkeit in andere Branchen zu ermöglichen. Damit wurde eine praxistaugliche Möglichkeit zur branchenübergreifenden Kompetenzanalyse bereitgestellt.
Das Projekt war bewusst ganzheitlich angelegt – mit dem Ziel, organisationale Resilienz mit individueller Resilienz zu verbinden. Dazu wurden die Perspektiven aller relevanten Stakeholder*innen einbezogen, um passgenaue Anforderungen an die zukünftige Kompetenzentwicklung formulieren zu können. Das Konsortium bildete dabei die Struktur der Finanzdienstleistungsbranche mit dem Schwerpunkt Banken in verkleinerter Form ab.
Projektergebnisse und Unterstützungsangebote für die Praxis
Es entstanden ein kohärentes Zusammenspiel zwischen den einzelnen Projektbausteinen: Die Trend-Studie lieferte die empirisch-analytische Basis, der Quick Check Future Skills sowie das SYBIL-Toolidentifizierten den konkreten Kompetenzbedarf, das Job-Tool operationalisierte diesen Bedarf auf der Ebene von Tätigkeiten und Rollen und die Praxis-Guides zeigen, wie diese Erkenntnisse in die Praxis überführt werden können.
Steckbrief
Projektleitung:
Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft - Institut für Beschäftigung und Employability IBE, Ludwigshafen
Projektpartner*innen:
Atruvia AG, Münster
Volksbank Kurpfalz eG, Heidelberg
Volksbank Thüringen Mitte eG, Erfurt
Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken e.V., Berlin
Projektlaufzeit:
01.07.2023 – 31.12.2025
Webseite: