Führung 2 Minuten Lesezeit Wi­PiA – Wis­sen für Pro­zes­se im Aus­bau­hand­werk Startseite Angebote INQA-Experimentierräume Schwerpunkt: Organisationale Resilienz

Ob Globalisierung oder Digitalisierung: Handwerksbetriebe spüren täglich die Auswirkungen. Um diesen zu begegnen, brauchen sie die Fähigkeit, flexibel und vorausschauend zu handeln. Der INQA-Experimentierraum „WiPiA“ setzte genau hier an und untersuchte, wie Betriebe des Ausbauhandwerks ihre Prozesse bewusst resilient gestalten und weiterentwickeln können.

Projektziel

Ziel des Projekts war es, inner- und überbetriebliche Experimentierräume zu schaffen, in denen Führungskräfte und Mitarbeitende lernen, in Prozessen zu denken und neue Vorgehensweisen in geschützten Räumen erproben können. Durch die Entwicklung und Anwendung moderner, innovativer Arbeitsweisen und Technologien sollte sich zudem das „Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade“ als Branchenleuchtturm weiterentwickeln.

Gleichzeitig sollte das Projekt wichtige Grundlagen für ein zukunftsorientiertes Change-Management schaffen. Dies gilt als zentrale Voraussetzung, um die Krisenfestigkeit und damit die Zukunftsfähigkeit von Handwerksbetrieben zu stärken.

Arbeitsweise

Der INQA-Experimentierraum baute auf die betrieblichen Prozesse und Erkenntnisse auf, die im Vorgängerprojekt DigiGAAB entwickelt wurden. Die dort dargestellten Prozesse wurden zunächst verallgemeinert und anschließend in einem Experimentierraum auf weitere Gewerke des Ausbauhandwerks übertragen. Im Mittelpunkt stand die Abbildung gewerkeübergreifender Bauprojekte. Dabei wurden insbesondere die Schnittstellen betrachtet, an denen unterschiedliche Gewerke zusammenarbeiten, etwa bei Dämm- und Fassadenarbeiten oder im Bereich Smart Home. Als zentrales Prozessbeispiel diente die energetische Altbausanierung, beispielsweise vom Ausbau einer Ölheizung zum Einbau einer Wärmepumpe.

Auf dieser Grundlage wurden neue Formen des zielgruppenspezifischen Lernens am Arbeitsplatz entwickelt und erprobt, die das prozessorientierte Arbeiten im Handwerk gezielt unterstützen.

Projektergebnisse und Unterstützungsangebote für die Praxis

Im Projekt „WiPiA“ sind mehrere praxisnahe Instrumente und Lernangebote entstanden, die Handwerksbetriebe dabei unterstützen, ihre Zusammenarbeit zu verbessern und Baustellen zukunftsfähig zu organisieren:

  • Zentrales Ergebnis ist der WiPiA-Entwicklungspfad. Er beschreibt zehn Schritte, die eine strukturierte und verlässliche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gewerken fördern. Dabei werden digitale Technologien gezielt genutzt, um Abläufe besser zu koordinieren und Fehler zu vermeiden. So trägt der Entwicklungspfad dazu bei, Baustellen effizienter, transparenter und resilienter zu gestalten.
  • Ergänzend wurde ein Lernangebot für gewerkeübergreifendes Arbeiten entwickelt, das am Beispiel einer energetischen Altbausanierung ansetzt. Es umfasst fünf Lernmodule, die sowohl in Präsenz als auch online durchgeführt werden können. Die Module werden durch eine tutorielle Begleitung und praktische Übungen ergänzt und unterstützen Führungskräfte und Mitarbeitende dabei, prozessorientiertes Arbeiten im Arbeitsalltag einzuüben.
  • Mit dem Vier-Phasen-Modell der energetischen Altbausanierung wurde zudem ein Strukturierungsinstrument entwickelt, das den gesamten Sanierungsprozess abbildet – von der ersten Idee bis zur mängelfreien Ausführung. Das Modell stellt sicher, dass Bauherrenziele, Qualität, Zeit und Budget in jeder Projektphase berücksichtigt werden.
  • Ein weiteres Unterstützungsangebot ist der Commitment-Check für erfolgreiche Baustellen. Er hilft Betrieben, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie den Bauablauf beeinträchtigen. Dafür stehen zwei einfache Werkzeuge zur Verfügung: der Glaubwürdigkeits-Check (G-Check) und der Ziele-Check (Z-Check).
  • Abgerundet werden die Projektergebnisse durch begleitende Lernvideos zum WiPiA-Entwicklungspfad, zum prozessorientierten Denken sowie zur Förderung einer guten Baustellenkultur.
  • Mit dem Chatbot „Gebhardt“ steht außerdem ein virtueller Assistent zur Verfügung, der Fragen zum Projekt, den Projekterkenntnissen und INQA selbst beantwortet. Damit unterstützt er Interessierte, Inhalte schnell und praxisnah zu erschließen.

Steckbrief

Projektleitung:

Berufsförderungsgesellschaft des baden-württembergischen Stuckateurhandwerks mbH, Rutesheim

Projektpartner*innen:

Forum Soziale Technikgestaltung c/o Talheimer Verlag, Medienberatung und Consulting GmbH, Mössingen-Talheim

S3 Medien GmbH, Rutesheim

Institut für Betriebsführung im DHI e.V., Karlsruhe

Steinbeis-Transferzentrum drei | consult + management, Weil der Stadt

Projektlaufzeit:

01.06.2023 – 31.05.2025

Webseite

Zum Chatbot auf www.wipia.stuck-komzet.de

Resiliente Handwerksbetriebe entwickeln Resilient im Handwerk – so geht’s! Projektleiter Dr. Roland Falk berichtet im Video über spannende Erkenntnisse aus dem Projekt.

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