„Riesiges Chaos“, „Papierkramhölle“ oder einfach nur „Lost“! Ein solches Fazit zum Onboarding wünscht sich wohl kein Betrieb. Insbesondere dann nicht, wenn man als erfolgreiches Gastronomieunternehmen Fachkräfte nicht nur finden, sondern auch dauerhaft zum Bleiben motivieren möchte. Doch genauso ist es der LieblingsBar in Hannover vor ihrem INQA-Coaching ergangen.
Im Video berichten Geschäftsführer Chi Trung Khuu und seine Mitarbeitenden, wie sie das Chaos in den Griff bekommen haben – gemeinsam, digital und mit großem Erfolg.
Die Besonderheit der etablierten Bar im Herzen von Niedersachsen? Ihre Auszubildenden sind international, kommen unter anderem aus Vietnam, Indonesien oder Thailand. Zum Zauber des Neuanfangs für die internationalen Fachkräfte gesellten sich schnell einige Herausforderungen: bürokratische Hürden, Sprachbarrieren und das ein oder andere interkulturelle Missverständnis. Ein Onboarding auf Zuruf scheiterte, der LieblingsBar fehlten etablierte Prozesse, um das Chaos zu bändigen. Irgendwann litt sogar die Zufriedenheit der Gäste unter der mangelnden Absprache – ein No-Go in der Gastronomie und ein wichtiger Wendepunkt für die LieblingsBar.
„Vor dem INQA-Coaching war für uns die größte Herausforderung, dass nicht jeder Mitarbeiter genau wusste, was er machen sollte“, fasst Khuu, Geschäftsführer, die Ausgangslage zusammen. Das Ergebnis? „Ich habe mich am Anfang nutzlos gefühlt“, gesteht Trang Ha Huyen Trang Nai, Auszubildende der Bar. Sie habe einfach nicht verstanden, was zu tun sei. Das frustriert natürlich, gerade wenn man am Anfang des Berufslebens steht. Dabei ist es erklärtes Ziel des Ausbildungsbetriebs, dass sich die internationalen Fachkräfte bei der Arbeit und in Hannover wohlfühlen. Sie sollen nicht nur ein fester Teil des Teams werden, sondern auch das Gefühl haben, etwas bewegen zu können. INQA-Coaching sollte mit agilen Projektmethoden und flachen Hierarchien genau dieses Gefühl erzeugen.
Teamwork und Digitalisierung brachten den Erfolg
Was konkret angepackt wurde? Das Herzstück des Coaching-Prozesses war ein Lab-Team aus Azubis und Dual-Studierenden verschiedener Ausbildungsjahre. Unterstützt wurde es von Stationsexpert*innen aus Küche, Bar und Service. Ornella Ribeiro studiert dual bei der LieblingsFamilie, einem Zusammenschluss von fünf gastronomischen Betrieben, zu denen auch die LieblingsBar gehört. Sie findet lobende Worte für den Ansatz: „Durch das Coaching durften wir alle mehr Verantwortung übernehmen für ein Projekt.“ In internen Arbeitsgruppen wurde genau das entwickelt, was den Arbeitsalltag leichter macht. Das gesamte Onboarding der internationalen Auszubildenden wurde digitalisiert.
Jetzt gibt es wichtige Informationen nicht nur auf Zuruf, sondern in mehrsprachigen Schulungsunterlagen. So führt Küchenchefin Sabrina Rutsch die Schulungen in der Küche selbst durch. Titel der Schulung: „Vorausschauendes Arbeiten und Kommunikation im Bereich Küche”. Beim Team kommt das hervorragend an. Inzwischen herrschen statt Chaos wieder Ordnung, Struktur und beste Qualität beim Essen – was Mitarbeitende wie Gäste gleichermaßen beglückt.
„Be happy“ prangt in leuchtenden Großbuchstaben an der Wand der Bar. Und wenn man dem Fazit der dualen Studentin Pia Sophie Weber lauscht, kann man diese Aussage nur unterschreiben: „Es fühlt sich so an, als würde man Freunde treffen – und nebenbei eine Bar leiten.“
Das Beratungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+).