Handwerksgeselle 4.0

Nachwuchsmangel, Überalterung und Konkurrenzdruck sind zentrale Herausforderungen im Handwerk. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Beschäftigte langfristig gesund zu halten, erforscht der INQA-Lern- und Experimentierraum Handwerksgeselle 4.0 technische Assistenzsysteme für die Sanitär-, Heizungs- und Klimabranche.

Projektziel

Im Förderprojekt werden innovative und passgenaue digitale Assistenzsysteme speziell für Beschäftigte in Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerksbetrieben am Beispiel der Badsanierung entwickelt. Ziel ist, mit Hilfe kognitiver und physischer Assistenzsysteme den Arbeitsalltag der Handwerker*innen zu erleichtern sowie gesundheitsschützender und motivierender zu gestalten.

Arbeitsweise

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert: die Analyse-, die Labor- und die Baustellen-Phase. Während der Analyse werden die Prozesse der Badsanierung erfasst und klassifiziert sowie Optimierungspotenziale durch Assistenzsysteme ermittelt. Anschließend werden in einem betrieblichen Experimentierraum, dem HandwerkerLab, die Systeme gemeinsam mit den Beschäftigten erprobt und weiterentwickelt (z. B. Exoskelette zur körperlichen Entlastung). Abschließend finden Feldversuche auf der Baustelle statt. Durch begleitende Interviews und Beobachtungen werden Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit der Systeme ermittelt.

Steckbrief

Projektträger*in:

  • Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK)

Projektpartner*innen:

  • exoIQ GmbH, Hamburg
  • TillerStack GmbH, Berlin
  • Hans Schramm GmbH & Co. KG, München

Projektlaufzeit:

01.11.2018 – 31.10.2021

Projektwebsite:

https://www.hwg40.de/

Aktuelles aus dem Projekt

Analysephase erfolgreich abgeschlossen

Die Arbeit im Projekt begann mit der Erhebung der handwerklichen Prozesse sowie der damit verbundenen körperlichen und kognitiven Belastungen – u. a. durch Videoauswertungen, Interviews und die Anwendung der Leitmerkmalmethode. Zu den stark belasteten Körperregionen gehören demnach Rücken, Schulter-Nacken-Bereich, Hand-gelenke und Knie. Im kognitiven Bereich sahen die Befragten Unterstützungspotenzial, z. B. durch den Einsatz von Videos und Grafiken, etwa bei Installationen. Aus den Ergebnissen wurden exemplarische Arbeitsschritte („Use-Cases“) abgeleitet. Dabei wurden die Use-Cases so ausgewählt, dass sie ein hohes Maß an physischen bzw. kognitiven Belastungen aufweisen sowie regelmäßig im Rahmen einer Badsanierung auftreten.

Laborphase gestartet

Im November 2019 startete das Projekt in die Laborphase. Anhand der Erkenntnisse aus der Analyse wurde hierfür ein Experimentierraum „Bad“ eingerichtet. Er dient dem praxisnahen Test verschiedener Technologien wie Exoskeletten oder Datenbrillen. Auch Branchenworkshops, in denen das Zusammenwirken zwischen Assistenzsystemen und Beschäftigten erprobt wird, sollen dort durchgeführt werden. Mehrere Sponsoren aus der Sanitärbranche stellten dafür geeignete Badprodukte zur Verfügung.

Bleiben Sie mit uns in Verbindung

Tra­gen Sie sich in den IN­QA-Ver­tei­ler ein und wer­den Sie Teil der Pra­xis­platt­form für Ar­beits­qua­li­tät und den Wan­del der Ar­beit

Mit aktuellen Tipps, Handlungshilfen und Studien von INQA machen Sie Ihren Betrieb fit für die Arbeitswelt von morgen.

Informieren Sie sich über neue Entwicklungen aus der Arbeitswelt sowie Nachrichten und Hintergründe von INQA und aus dem Partnernetzwerk.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen gelesen. Über einen Link in den Benachrichtigungen der Initiative kann ich diese Funktion jederzeit deaktivieren.