Gesundheit 2 Minuten Lesezeit Ge­mein­sam die Zu­kunft der Ge­bäu­de­r­ei­ni­gung si­chern Startseite Themen Gesundheit

Die Gebäudereinigung ist für Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar. Zugleich fällt es vielen Betrieben zunehmend schwer, Arbeitskräfte zu gewinnen und langfristig zu binden. Deshalb haben die Sozialpartner*innen in einem gemeinsamen Dialog Leitlinien für gute Arbeit im Gebäudereinigungshandwerk entwickelt und in einer Charta festgehalten. Auftraggebende sind eingeladen die Charta mitunterzeichnen.

Wer reinigt auch morgen noch Schulen und Büros, Bahnhöfe und Krankenhäuser? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines intensiven Dialogs der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und des Bundesinnungsverbands des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV). Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) begleitete den Austasusch im Rahmen des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND (ASUG). Gemeinsam diskutierten die Sozialpartner*innen die zentralen Herausforderungen der Branche und entwickelten Ansätze für eine attraktive und zukunftsfähige Arbeit. Ein Ergebnis dieses Dialogs ist die „Charta für eine attraktive und zukunftsfähige Arbeitsgestaltung in der Gebäudereinigungsbranche (PDF, 107 KB)“. Sie bündelt die Ergebnisse des Dialogs und zeigt, wie eine gute Arbeitsorganisation die Branche dauerhaft stärken kann. 

Impulse für gute Arbeit in der Gebäudereinigung

Eine gute Arbeitsorganisation verbessert die Arbeitsbedingungen und hilft Betrieben, Beschäftigte zu gewinnen und zu halten. Deshalb richtet die Charta den Blick auf attraktive Arbeitszeiten, die Wertschätzung von Reinigungskräften und eine Vergabe, bei der Qualität zählt. Sie richtet sich an Auftraggebende in öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft und ermutigt diese, ihre Handlungsspielräume für gute Arbeit aktiv zu nutzen. Die Charta zeigt auf, wie faire Rahmenbedingungen, eine stärkere Sichtbarkeit der Reinigungsleistung und die Förderung von Tagesreinigung dazu beitragen können, die Arbeit in der Branche attraktiver zu gestalten. Gleichzeitig verdeutlicht sie, dass gute Arbeitsbedingungen nur im Zusammenspiel von Auftraggebenden, Unternehmen, Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen entstehen.

Gute Vertragsgestaltung und -ausführung der Auftraggeber 
 Wahrnehmung und Anerkennung der Personen und ihrer Arbeit
 Professionalität und eine arbeitnehmerfreundliche Arbeitsgestaltung
 Gegenseitiges Verständnis für die Leistungserbringung
 Attraktive Arbeitszeiten am Beispiel Tagesreinigung
 Gebäudereinigung als Einstieg und Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt

Tagesreinigung: Attraktive Arbeitszeiten stärken Beschäftigte und Betriebe

Ein besonderer Schwerpunkt der Charta liegt auf attraktiveren Arbeitszeiten. Die Unterzeichnenden sprechen sich dafür aus, Tagesreinigung überall dort einzuführen, wo dies praktisch möglich ist. Sie ermöglicht zusammenhängendere und damit familienfreundlichere Arbeitszeiten, stärkt die Sichtbarkeit der Reinigungsleistung und verbessert den Austausch zwischen Reinigungskräften, Kund*innen und Nutzenden der Gebäude. Davon profitieren Beschäftigte, Unternehmen und Auftraggebende gleichermaßen.

Mehr Informationen zu den Vorteilen der Tagesreinigung und Umsetzungsmöglichkeiten der Tagesreinigung in der Praxis finden Sie im Themendossier des Programms ARBEIT: SICHER + GESUND.

Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft der Branche übernehmen – machen Sie mit!

Mit der Erstunterzeichnung im September 2026 will der Sozialpartner*innendialog einen wichtigen Meilenstein erreichen. Gemeinsam mit der Staatssekretärin für Arbeit und Soziales, Lilian Tschan, unterzeichnen die Sozialpartner*innen der Gebäudereinigungsbranche sowie erste öffentliche Auftraggebende aus Jena und Mecklenburg-Vorpommern die Charta und machen ihr gemeinsames Engagement für gute Arbeit in der Gebäudereinigungsbranche sichtbar.

Die Charta versteht gute Arbeitsbedingungen als gemeinsame Aufgabe von Auftraggebenden, Unternehmen, Beschäftigten und ihren Interessenvertretungen. Weitere Unternehmen, Vergabestellen und öffentliche Einrichtungen sind eingeladen, sich den Zielen der Charta anzuschließen. Jede zusätzliche Unterzeichnung stärkt das gemeinsame Signal für gute Arbeitsbedingungen, mehr Wertschätzung und eine zukunftsfähige Entwicklung der Gebäudereinigung.

Bereits unterschrieben haben:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) (Initiatorin)
  • Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) (Initiator)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) (Initiatorin)
  • Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern
  • Stadt Jena
  • Kommunale Immobilien Jena

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