Kompetenz 3 Minuten Lesezeit Di­gi­ta­li­sie­rung in der Pfle­ge spie­le­risch er­pro­ben: Ein Plan­spiel macht’s mög­lich Startseite Themen Kompetenz Digitalisierung der Arbeitswelt
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  • Von Service-Robotern bis Softwarelösungen: Auch in Pflegeberufen werden digitale Technologien zusehends relevanter.
  • Partizipation und Transparenz erhöhen die Akzeptanz für die Digitalisierung in der Pflege.
  • Im INQA-Experimentierraum DiCo wurde ein Planspiel erprobt und weiterentwickelt.
  • Ziel des Spiels: Spielerisch und interaktiv die Digitalisierung in der Pflege voranzubringen und die Beschäftigten systematisch mit einzubinden.

Längst ist die Digitalisierung auch in menschennahen Berufen wie der Pflege angekommen – mit weitreichenden Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe. Die neuen Technologien bringen nicht nur Veränderungen, sondern auch viele Chancen mit sich: So unterstützen etwa Service-Roboter im Essenstransport auf den Stationen und intelligente Softwarelösungen erleichtern die Pflegedokumentation und -planung. Doch wie gelingt die effiziente Einführung und Nutzung digitaler Lösungen? Und wie kann die Digitalisierung dazu beitragen, Pflegeberufe gesünder und besser zu gestalten?

Vielfältige Ansätze wurden auf der Online-Veranstaltung „Akzeptanz von Digitalisierung in der Pflege“ vorgestellt, die am 14. November 2022 stattfand. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten INQA-Experimentierraumes Digital Companion (DiCo) wurde ein Planspiel erprobt und weiterentwickelt. Es ermöglicht den Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen, die vielfältigen Chancen digitaler Lösungen in der Pflege durch sogenanntes partizipatives Change-Management spielerisch kennenzulernen und mitzugestalten. Das Spiel ist sowohl analog als auch online verfügbar.

Digitalisierung spielerisch vorantreiben

Spielende schlüpfen im Planspiel in die Rollen von Einrichtungs- und Pflegedienstleitung, Wohnbereichs- bzw. Teamleitung, Pflegekräften sowie Mitarbeitendenvertretung und vertreten im Spiel deren jeweilige Bedürfnisse. In ihren jeweiligen Rollen durchlaufen die Spielenden einzelne Etappen des digitalen Transformationsprozesses und müssen dabei unvorhergesehene Ereignisse wie Hackerangriffe meistern. Mit den vorhandenen Ressourcen, dargestellt durch sogenannte Digicoins, erwerben sie Aktionskarten, die Einzelmaßnahmen im Transformationsprozess entsprechen. Die Karten sind dabei unterschiedlich „teuer“, d.h. ressourcenintensiv – eine vorausschauende Planung beim Erwerb ist wichtig. Zu den Maßnahmen, die erworben werden können, zählen unter anderem „Analyse Belastungen“, „Informationen an die Mitarbeiterschaft“ oder „Plan zur Umsetzung“. Das Spiel spiegelt somit die tatsächlichen Einzelschritte auf dem Weg hin zu mehr Digitalisierung in der Pflege wider. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist in dem kooperativ angelegten Spiel, dass alle Spieler*innen gleichermaßen vorankommen.

Einrichtungen, die digitale Lösungen etablieren möchten, können sich mit dem DiCo-Planspiel niedrigschwellig und risikofrei an den Transformationsprozess herantasten. Das Spiel bringt Beteiligte miteinander ins Gespräch und regt an, über die gewählten Maßnahmen in den jeweiligen Phasen sowie deren Wirkung nachzudenken.

Transparenz und Wissenstransfer: Wie Digitalisierung in der Pflege gelingt

Beim Test des Planspiels auf der Online-Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden vor allem den Einsatz der gewählten Aktionskarten rege. Dabei wurde deutlich, dass es unter den Beteiligten durchaus die Bereitschaft gibt, künftig „digitaler zu pflegen“. Doch die Einführung neuer Technologien kann gewohnte Arbeitsabläufe verändern und erfordert von den ohnehin überlasteten Pflegekräfte unter Umständen, sich neue Kompetenzen anzueignen. So stellte auch die Vizepräsidentin des Deutschen Pflegerats, Irene Maier, auf der Veranstaltung fest:

Um alle Mitarbeitenden bei mehr Digitalisierung in der Pflege abzuholen, kommt es aus Sicht der Teilnehmenden auf folgende Aspekte an:

Für den Transformationsprozess sensibilisieren und Orientierung bieten:

Alle Akteur*innen, die von den Veränderungen betroffen sein werden, sollten frühzeitig in den Prozess eingebunden und transparent informiert werden.

Analyse und Planung des Vorhabens:

Damit alle Mitarbeitenden fundierte Kompetenzen im Umgang mit den neuen Technologien erwerben können, sollten frühzeitig die Bedarfe der Einrichtung geprüft sowie Ressourcen eingeplant werden..

Probeläufe einplanen:

Die neuen Technologien sollten nach Möglichkeit zunächst erst in einer Testgruppe oder innerhalb einer Abteilung ausprobiert werden.

Insgesamt wurde in den Diskussionen deutlich, dass die Digitalisierung eines der Instrumente ist, um Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern – beispielsweise indem Prozesse vereinfacht werden. Auf der Veranstaltung wurden auch das Zukunftszentrum pulsnetz sowie das Zukunftszentrum Brandenburg vorgestellt. Hier können sich Pflegeeinrichtungen Unterstützung holen, um die Potenziale der Digitalisierung in ihren Einrichtungen zu erhöhen und effizient zu nutzen.

Beratung & Qualifizierung rund um Digitalisierung

An das Zukunftszentrum Brandenburg können sich Pflegeeinrichtungen mit Sitz in Brandenburg wenden, deren Mitarbeitende sich weiterbilden oder individuell beraten lassen wollen.

Als Einstieg lädt das Zukunftszentrum in einem 14-tägigen Rhythmus zum „Zukunftsdonnerstag“ ein. Die einstündige digitale Veranstaltung kann ohne Anmeldung besucht werden. Interessierte erhalten dort unter anderem Informationen zu Beratungsthemen und -angeboten wie Personalgewinnung, digitales Berichtsheft oder agile Arbeitsmethoden. Neben Online-Qualifizierungsangeboten zu ausgewählten Themen bietet das Zukunftszentrum bis zu fünf Tage vertiefte Beratung an: vor Ort oder online.

Das Zukunftszentrum pulsnetz stellte unter anderem die eigens entwickelte „Lernlandkarte“ vor. In insgesamt 40 digitalen Lerninhalten rund um das Oberthema „gesundes Arbeiten“ können Interessierte ihr vorhandenes Wissen in maximal 20-minütigen Onlinekursen spielerisch vertiefen oder neues aufbauen. Auch eLearning-Angebote von INQA sind auf der aktuell zu 80 Prozent gefüllten „Lernlandkarte“ vertreten.

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