Qualifizierte Mitarbeiter*innen sind, je nach Branche und Berufsbild, nicht mehr ohne Weiteres auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spüren Engpässe. Deshalb ist es sinnvoll, den Instrumentenkoffer zu erweitern: Unternehmen von heute brauchen eine strategisch aufgestellte Personalentwicklung. Neben der Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber*in und neuen Wegen bei der Rekrutierung von Mitarbeiter*innen heißt das: die Potenziale im eigenen Betrieb entdecken, nutzen und fördern. Mit dieser Strategie holen Sie nicht nur das Beste aus Ihrem Team heraus, sondern steigern gleichzeitig die Motivation im Unternehmen. Denn Mitarbeiter*innen sind nachweislich zufriedener und verbundener mit dem Betrieb, wenn sie bei der Arbeit gemäß ihren Vorlieben und Kompetenzen eingesetzt und gefördert werden. Dabei gibt es fünf erfolgreiche Werkzeuge, die Sie einsetzen können.
Potenziale entdecken und die Mitarbeitendenmotivation steigern
Fokussieren Sie sich auf die Beschäftigten und Führungskräfte, die bereits für Sie arbeiten. Machen Sie es sich zum Ziel, ihre Potenziale zu entdecken und ihre Motivation zu fördern. Dazu gehört: Positionen mit Schlüsselqualifikationen sollten Sie idealerweise intern nachbesetzen. Hinzu kommen Maßnahmen, die die Arbeitsfähigkeit erhalten und innerbetriebliche Tätigkeitswechsel ermöglichen, denn nicht alle Jobs lassen sich über lange Zeit unverändert ausüben. Gerade körperlich belastete Mitarbeiter*innen, z. B. in Schichtarbeit, sollten so weiterentwickelt werden, dass sie in ihrer Tätigkeit bleiben oder etwas anderes tun können. Auch die betriebliche Wiedereingliederung, z. B. nach längerer Krankheit oder Elternzeit, ist wichtig. Mit all dem machen Sie sich ein großes Stück unabhängiger vom Arbeitsmarkt.
5 Werkzeuge der Personalentwicklung, um die Potenziale Ihrer Mitarbeiter*innen zu heben
Jedes Unternehmen ist wie eine Schatztruhe – in ihm schlummern verborgene Kompetenzen. Wer seine Personalentwicklung strategisch aufstellt, investiert daher gezielt in die Mitarbeiter*innen und Führungskräfte. Die folgenden fünf Werkzeuge erfassen und bauen die Kompetenzen Ihres Personals aus. Selbstverständnlich lassen sich diese auch einzeln einsetzen. Zum Werkzeugkoffer gehören:
Erstellen Sie eine fundierte Beschreibung aller Tätigkeiten im Unternehmen. Nur so können Sie die Anforderungen an einen Arbeitsplatz konkret benennen und Ihr Personal strategisch entwickeln. Das hilft bei der Beurteilung von Mitarbeiter*innen und ist die Grundlage, um Umstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten zu identifizieren.
Da Qualifizierungen mit Zeit und Kosten verbunden sind, ist es nicht sinnvoll, nach dem Gießkannenprinzip weiterzubilden. Eine Qualifikationsmatrix gibt den Grad wieder, in dem die Mitarbeiter*innen einzelne Tätigkeiten beherrschen, und ermöglicht so Auskunft über künftige Qualifizierungslücken und damit den gezielten Bedarf an Weiterbildung in Ihrem Unternehmen.
Mitarbeiter*innen haben nicht nur fachliche, sondern auch soziale Kompetenzen („Soft Skills“), etwa in der Kommunikation oder bei der Methodenvermittlung. Ein Kompetenzpass erfasst diese Fähigkeiten und ist sehr hilfreich bei der Planung von Umstiegs- und Aufstiegsqualifizierungen.
Wissensträger*innen, vor allem erfahrene Mitarbeiter*innen, können verloren gehen, sei es durch Verrentung, Krankheit oder Kündigung. Deshalb sollten Sie die Mitarbeitenden in Ihrem Unternehmen identifizieren, die einzigartiges Wissen aufweisen und einen Transfer zu Kolleg*innen (z. B. Nachfolger*innen) organisieren.
Ein System betrieblicher Karrierewege ist eine abstrakte Unternehmenslandkarte, die aufzeigt, mit welcher Durchlässigkeit von einer Tätigkeit zu einer anderen gewechselt werden kann. So lassen sich „Jobfamilien“ im Unternehmen herausfinden, in denen sich Mitarbeiter*innen durch Qualifizierung bewegen können.
Zahlreiche weitere Tipps zu den Themen Personalstrategie und Personalentwicklung sowie vielfältige Praxisbeispiele finden Sie im INQA-Wissensbereich Kompetenz.