Die Anforderungen in der Arbeitswelt verändern sich rasant: Zeit- und Leistungsdruck, Arbeitsunterbrechungen, wenig Personal oder Konflikte im Team – all das kann Beschäftigte spürbar belasten. Viele Unternehmen stellen fest, wie sehr das Motivation, Gesundheit und letztlich auch die Fachkräftesicherung beeinflusst.
„Gesundheit ist ein Zusammenspiel aus Körper, Geist und Seele. Wenn man über längere Zeit ausgegrenzt oder überlastet wird, wirkt sich das psychisch und körperlich aus – bis hin zur Arbeitsunfähigkeit“, sagt Brian Lucius, Gesundheitswissenschaftler, Fachkraft für Arbeitssicherheit und Berater bei der PAG – Perspektive Arbeit & Gesundheit gGmbH Hamburg. Die Folgen reichen von Schlafproblemen und Nervosität bis zu Bluthochdruck, Tinnitus oder Depressionen.
Gerade deshalb braucht es Orte, an denen Menschen über ihre Arbeitssituation sprechen können, und Betriebe, die Unterstützung bekommen, um Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Eine Anlaufstelle für beide Seiten: PAG – Perspektive Arbeit & Gesundheit gGmbH Hamburg
Die PAG – Perspektive Arbeit & Gesundheit gGmbH Hamburg ist genau dafür da. Sie bietet Beschäftigten und Unternehmen in Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Schwerin eine vertrauliche und kostenfreie Beratung zu psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz an.
Die Beratung ist bewusst niedrigschwellig – telefonisch, per Video oder persönlich. Viele Ratsuchende kommen aufgrund von zunehmendem Druck, Konflikten, Mobbing, unsicherer Rollen oder dem Gefühl, in ihrer Arbeitssituation festzustecken. Im geschützten Rahmen wird gemeinsam geklärt, was belastet, wo Veränderungsmöglichkeiten liegen und welche Schritte sinnvoll sind.
Doch die Perspektive Arbeit & Gesundheit unterstützt nicht nur Beschäftigte, sondern auch Unternehmen.
Was die Perspektive Arbeit & Gesundheit für Betriebe tut und warum gerade jetzt
Für Betriebe gewinnt die Gestaltung gesunder Arbeitsbedingungen zunehmend an Bedeutung. Gesunde Mitarbeitende und der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit sind vor dem Hintergrund von Fachkräfteengpässen und alternden Belegschaften wichtige Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg.
Viele Unternehmen wissen, dass sie etwas tun müssen, aber nicht, wo sie anfangen sollen. Häufig herrscht Unsicherheit darüber, wie eine Gefährdungsbeurteilung bei psychischer Belastung richtig durchgeführt wird oder wie Mitarbeitende sinnvoll einbezogen werden können. „Viele Betriebe nutzen dann irgendeinen Fragebogen aus dem Internet, aber mit den Ergebnissen wird oftmals nichts gemacht“, so Lucius.
Die PAG-Berater*innen besuchen Betriebe deshalb direkt vor Ort und geben Orientierung für jeden Schritt im Prozess. Dabei geht es um Gefährdungsbeurteilungen, Veränderungsprozesse, verbesserte Kommunikationswege und die Stärkung der Rolle von Führungskräften. Besonders wichtig: Die Mitarbeitenden sollen bewusst in alle Schritte einbezogen werden.
Wie das in der Praxis aussieht: ein mittelständisches Unternehmen auf Veränderungskurs
Ein Unternehmen mit rund 350 Beschäftigten wandte sich an die PAG-Beratungsstelle, um Impulse zur Neuausrichtung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung sowie zur Weiterentwicklung der Arbeitsschutzorganisation zu erhalten. Die PAG übernahm dabei eine beratende und orientierende Rolle, indem sie den Rahmen, mögliche Vorgehensweisen und geeignete Umsetzungsoptionen aufzeigte.
Zu Beginn wurde gemeinsam betrachtet, welche bestehenden Strukturen, Zuständigkeiten und Prozesse im Unternehmen vorliegen und an welchen Stellen Unterstützungsbedarf besteht. Bereits in dieser Phase wurde deutlich, dass insbesondere in den Bereichen Kommunikation und Beteiligung Entwicklungspotenziale bestehen.
Auf Basis dieser Erkenntnisse verwies die PAG-Beratungsstelle auf geeignete qualifizierte Fachexpertinnen und -experten, die die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung übernahmen. Diese setzten entsprechende Maßnahmen wie Befragungen, Workshops und moderierte Austauschrunden eigenständig um und analysierten die wesentlichen Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag.
Im weiteren Verlauf erhielten die Unternehmensverantwortlichen durch die PAG eine strukturierende Beratung zu möglichen Handlungsfeldern und Maßnahmenoptionen. Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen erfolgte durch die eingebundenen Fachpersonen in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung, den Führungskräften sowie den Beschäftigten.
Im Ergebnis konnte das Unternehmen seine Prozesse transparenter gestalten und erste Verbesserungen in der internen Kommunikation und Zusammenarbeit erzielen. Zudem wurde ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess angestoßen, dessen inhaltliche Ausgestaltung und fachliche Begleitung weiterhin durch externe Expertinnen und Experten erfolgen.
Der Hamburger Gesundheitspreis (HGP) – gute Praxis sichtbar machen
Neben der Beratung setzt sich die Beratungsstelle PAG – Perspektive Arbeit & Gesundheit auch dafür ein, gute Beispiele öffentlich sichtbar zu machen – unter anderem mit der Umsetzung des von der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) vergebenen Hamburger Gesundheitspreises (HGP).
Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Unternehmen in den Kategorien Klein-, Mittel- und Großbetrieb ausgezeichnet, die sich in besonderem Maße für den Schutz und die Förderung der Gesundheit ihrer Beschäftigten einsetzen. Das Thema für den HGP 2026 lautet „Respekt – Sicherheit – Gesundheit: Umgang mit Gewalt im Betrieb“.