2 Minuten Lesezeit Ge­mein­sa­mes Azu­bi-Re­crui­ting – auch für Ge­flüch­te­te Startseite Vernetzen Netzwerke Aus der Netzwerkpraxis
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  • Um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, kooperieren seit 2011 über 100 Betriebe des Berliner Unternehmernetzwerks Großbeerenstraße e. V. im Rahmen des gemeinsamen Recruiting-Angebots „RingPraktikum“.
  • Die Unternehmen schließen sich zu branchenspezifischen Ringen zusammen, in denen Schüler*innen und verschiedene Betriebe sich praxisnah kennenlernen.
  • Seit 2015 wird das RingPraktikum erfolgreich für junge geflüchtete Menschen adaptiert.

In Berlin und anderswo bleiben viele Ausbildungsplätze unbesetzt. Zudem geht die Zahl der Bewerbenden zurück oder es kommt verstärkt zu Ausbildungsabbrüchen, auch weil insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die notwendigen Ressourcen für ein ausgereiftes Auswahlverfahren fehlen.

Als Antwort auf den zunehmenden Fachkräftemangel in den Unternehmen des Berliner Netzwerks Großbeerenstraße e. V. wurde 2011 aus dem Arbeitskreis „Personal & Ausbildung“ das gemeinsame Recruiting-Instrument RingPraktikum entwickelt. Über 100 Firmen im technisch-gewerblichen Bereich engagieren sich und stellen regelmäßig rund 200 Praktikumsplätze bereit.

Im RingPraktikum organisieren sich jeweils drei Unternehmen in berufsfeldspezifischen „Ringen“. Es gibt unter anderem einen Metall-Ring, einen Elektro-Ring, einen Druck- und Medien-Ring sowie einen kaufmännischen Ring.

Im RingPraktikum lernen die Jugendlichen drei verschiedene KMU kennen

Die Vorteile für KMU sind handfest, erzählt René Mühlroth, Vorstandsmitglied des Netzwerks und Sprecher des Arbeitskreises Personal & Ausbildung: „Für KMU ergeben sich frühzeitig Kontakte zu interessierten Schüler*innen der 9. Klasse, die sie im Praktikum und anschließend übers Mentoring vertiefend kennenlernen können. Das mündet dann im Idealfall in einen Ausbildungsvertrag.“

Die Jugendlichen durchlaufen jeweils einen dieser Ringe. Sie wechseln somit dreimal in den drei Praktikumswochen den Betrieb und lernen drei verschiedene Unternehmen kennen. Auf diese ungewohnte und anspruchsvolle Herausforderung werden die Schüler*innen gemeinsam mit ihren Lehrer*innen in der Schule vorbereitet.

Das RingPraktikum sieht die frühzeitige Aktivierung beider Gruppen vor. Den Lehrer*innen werden Betriebserkundungen ermöglicht und sie werden dabei unterstützt, eine Schul-AG mit den Schüler*innen zu organisieren, in der die interessierten Jugendlichen mehr über die Branche ihrer Wahl erfahren und erste praktische Erfahrungen in diesen Berufen machen.

Betriebliches Mentoring zum vertiefenden Kennenlernen

Die Jugendlichen, die während der drei Wochen in den Betrieben überzeugen konnten, werden von den Unternehmen ins betriebliche Mentoring eingeladen. Nimmt der oder die Jugendliche diese Einladung an, bleiben Schüler*in und Betrieb auf diesem Weg bis zum Beginn der Ausbildung in Kontakt. Die Inhalte des Mentorings werden weitestgehend individuell vereinbart.

René Mühlroth dazu: „Es gelten aber Mindeststandards für das Mentoring. KMU können Ferienpraktika oder -jobs anbieten, auch Einladungen zu betrieblichen Veranstaltungen wie Weihnachtsfeiern oder die Besprechung der jeweils aktuellen Schulzeugnisse aus Unternehmenssicht zählen dazu.“

Wenn nach rund eineinhalb Jahren Mentoring am Ende der 10. Klasse der Betrieb und der oder die Jugendliche zu dem Schluss kommen, einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben, wissen beide Seiten, worauf sie sich einlassen. „Die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs ist damit wesentlich reduziert“, so Mühlroth.

Weiterentwicklung des RingPraktikums für Geflüchtete und KMU

Für die seit 2015 geflüchteten Menschen, die unter anderem aus Syrien, dem Irak und der Ukraine nach Berlin kamen, suchte die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales nach Partnern für die Unterstützung bei der Arbeitsmarktintegration. Das Vorhaben der Senatsverwaltung bekam den Namen ARRIVO BERLIN und wurde sukzessive zu einem Verbund und Netzwerk von zehn Projekten aufgebaut – darunter auch das Projekt ARRIVO BERLIN RingPraktikum.

„Wir haben unsere Arbeit aufgenommen mit der Motivation, dem Fachkräftemangel bei den Mitgliedsunternehmen im Netzwerk entgegenzuwirken“, erzählt das ehemalige Vorstandsmitglied des Netzwerks und die Projektleitung des ARRIVO BERLIN RingPraktikum, Dr. Thomas Nittka. Die Grundidee, drei Unternehmen aus einer Branche, die den Teilnehmenden eine praxisnahe Erfahrung in den Betriebsalltag geben, bleibt auch beim ARRIVO BERLIN RingPraktikum als Kern erhalten.

Für die neue Zielgruppe sind Berufs- und Eignungstests als feste Komponenten dazugekommen. Unterstützung gibt es unter anderem auch beim Erlernen der Fachsprache und beim Erstellen von Lebensläufen, je nach Bedarfslage der KMU und der Geflüchteten. „All das, was KMU nur selten allein stemmen können, versuchen wir hier als Netzwerk und als Projekt aufzufangen“, so Dr. Thomas Nittka.

Über die Jahre hat das ARRIVO BERLIN RingPraktikum 400 Menschen mit Fluchthintergrund zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung begleitetet – entweder in die betriebliche Ausbildung oder direkt in Arbeit – und somit die Fachkräftesituation ihrer Mitglieder ein wenig mildern können.

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