So begegnen Sie kritischen Lebensereignissen am Arbeitsplatz
  • Schicksalsschläge wie Krankheit, Tod oder Scheidung können sich negativ auch auf die Arbeit auswirken.
  • Mit steigendem Alter der Beschäftigten kann die Wahrscheinlichkeit von kritischen Lebensereignissen zunehmen.
  • Innerbetriebliche Strukturen können Ihren Mitarbeiter*innen bei der Überwindung von Krisen helfen. 

Eine schwere Erkrankung, der plötzliche Tod eines Angehörigen oder eine Trennung – kritische Lebensereignisse können das Leben von heute auf morgen drastisch verändern. Trauer, Sorgen und Ängste lassen die Betroffenen auch bei der Arbeit nicht los. In dieser Situation stehen Verantwortliche – gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) – oft vor einem Zwiespalt: Sie verstehen die Not ihrer Mitarbeiter*innen, sorgen sich aber auch um deren Handlungs- und Arbeitsfähigkeit. Grundsätzlich gilt: Ein geregeltes, verlässliches und von Verständnis geprägtes Arbeitsumfeld ist besonders wichtig. Es kann Kolleg*innen bei der Bewältigung kritischer Lebensereignisse helfen und dazu beitragen, dass sie wieder in den Berufsalltag zurückfinden.

Strukturen für eine gute psychische Gesundheit am Arbeitsplatz stärken

In kritischen Lebensphasen, z. B. nach einem familiären Todesfall oder durch die Pflege von Angehörigen, leidet auch die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Wer privat und im Beruf gefestigt ist, meistert Lebenskrisen oft leichter. Dann sind die eigenen Selbstheilungskräfte aktiviert, und die emotionale Stabilität kehrt nach einer Weile zurück. Im beruflichen Alltag gibt es jedoch viele Unsicherheiten im Umgang mit Kolleg*innen, die eine persönliche Krise durchleben. Helfen können eine vertrauensvolle Unternehmenskultur und kollegiale Nähe. Je eher Unternehmen Grundlagen für eine gute psychische Gesundheit schaffen, desto besser können Sie Kolleg*innen in schweren Zeiten unterstützen. Dazu gehört es, Führungskräfte auf diese Krisensituation vorzubereiten und Ansprechpartner*innen zu benennen, die in solchen Momenten kompetent helfen.

5 Punkte, an denen Sie ansetzen können, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern

Die Handlungshilfe „Beschäftigte in kritischen Lebenslagen unterstützen“ sensibilisiert Führungskräfte für Notsituationen von Beschäftigten und bietet den Betroffenen konkrete Orientierung und Unterstützung. Sie gibt der Leitungsebene, Betriebsrät*innen und Personalverantwortlichen Tipps, um die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern und Rahmenbedingungen für den Umgang mit kritischen Lebensereignissen unter Kolleg*innen zu entwickeln. Das sind wichtige Schritte:

Aktiv werden

Setzen Sie das Thema auf die Tagesordnung! Klären Sie Vorgehen und Verantwortlichkeiten und schaffen Sie im Betrieb die nötigen Grundlagen für kompetentes Agieren in Krisensituationen.

Führungskräfte qualifizieren

Auf das Führungspersonal kommen besondere Aufgaben zu, wenn sie Beschäftigte in Notsituationen erleben. Stärken Sie die soziale Kommunikationskompetenz Ihres Leitungspersonals in Schulungen. So sind sie gerüstet für Gespräche mit Kolleg*innen und können mit belastenden Situationen sensibel umgehen.

Multiplikatoren im Unternehmen verankern

Benennen Sie weitere Ansprechpartner*innen im Unternehmen, die Beschäftigte bei kritischen Lebensereignissen unterstützen. Über Zusatzausbildungen erwerben sie wichtige Qualifikationen in der Begleitung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Gespräche kompetent führen

Eine Unternehmenskultur, die von Offenheit und Wertschätzung geprägt ist, erleichtert Gespräche über Lebenskrisen. Weisen Sie auch auf Hilfsangebote und Ansprechpartner*innen außerhalb des Unternehmens hin.

Wissen und Angebote bereitstellen

In der Krise benötigen Menschen schnell und unkompliziert Unterstützung. Stellen Sie Informationsmaterial daher am besten digital zur Verfügung.

Kontinuität sicherstellen

Initiieren Sie den Erfahrungsaustausch. Bringen Sie Kolleg*innen, die am Thema arbeiten, zusammen mit Betroffenen. So lassen sich Hilfsangebote auswerten, verbessern und nachhaltig im Unternehmen verankern. Bei Bedarf laden Sie externe Referent*innen ein, die mögliche Themenschwerpunkte vertiefen.

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