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19.07.2018

Erreichbarkeit im Urlaub festlegen

37 Prozent der Beschäftigten haben im Urlaub schon einmal berufliche E-Mails oder Anrufe erhalten – das ergibt eine repräsentative Umfrage der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) mit YouGov. Gerade zur Urlaubszeit sind klare Regeln wichtig, um richtig abzuschalten. Das INQA-Projekt Management Ständiger Erreichbarkeit (MASTER) bietet dazu die passenden Tipps.

Folie mit statistischer Auswertung der Frage "Ist es schon einmal vorgekommen, dass Sie außerhalb Ihrer Arbeitszeit von Ihrem Arbeitgeber oder Kollegen kontaktiert wurden?" © ressourcenmangel

Feierabend ohne Arbeit ist für viele nicht selbstverständlich. Abends und am Wochenende beantworten immer mehr Beschäftigte berufliche E-Mails oder Telefonate. Auch in der Urlaubszeit fragen sich viele: Muss ich auch in meiner Freizeit erreichbar sein?

Zwar dürfen Beschäftigte nach geltendem Arbeitsrecht dienstliche Nachrichten während ihres Urlaubs ignorieren, doch ist dies für viele keine realistische Option. Zumal 70 Prozent der Beschäftigten meinen, dass es in ihren Betrieben keine klaren Regeln zur Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten gibt. Bei knapp einem Drittel (30 Prozent) der Beschäftigten erwartet der Arbeitgeber, eine Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit. Ebensoviele sind unzufrieden mit ihrer Work-Life-Balance. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von INQA und YouGov, für die zwischen dem 26. und 28.06.2018 ingesamt 1.030 Erwerbstätige befragt wurden - ein Drittel (29 Prozent) davon trägt Führungsverantwortung.

Unterschiede zwischen Männern und Frauen bei Erreichbarkeit und Stressempfinden

Bei der Erreichbarkeit lassen sich auch Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Arbeitnehmern erkennen. 47 Prozent der männlichen Befragten, die auch außerhalb der Arbeitszeit erreichbar sind, erhalten zumindest manchmal berufliche E-Mails. Bei den weiblichen Befragten sind es 36 Prozent. Im Durchschnitt verspüren Frauen eher eine Belastung als Männer:
22 Prozent der befragten Frauen und 14 Prozent der befragten Männer geben an, häufig oder sehr häufig Probleme zu haben, nach der Arbeit abzuschalten.

Smartphone und Internet machen für vier von zehn den Job stressiger

Dabei spielen auch digitale Technologien eine Rolle: 39 Prozent sagen, dass Smartphones und Internet ihren Job stressiger machen. Bei dieser Einschätzung ist das Alter der Befragten eine wichtiger Faktor: Jüngere Arbeitnehmer leiden nach eigenen Angaben weniger unter ständiger Erreichbarkeit als ältere Arbeitnehmen. So gibt die Hälfe der Befragten 18- bis 24-Jährigen an, dass Technologien wie Smartphones und E-Mail ihre Arbeit weniger stressig machen. Bei den über 55-Jährigen liegt dieser Anteil nur bei 30 Prozent.

„Unternehmen brauchen klare Regeln“

Diplom-Psychologin Dr. Nina Pauls vom Projekt MASTER (Mnagament Ständige Erreichbarkeit) rät zu klaren Absprachen: „Unterschiedliche Arbeitszeiten, ergebnisorientierte Vergütung, veränderte Kundenerwartungen und die breite Nutzung von Firmen-Smartphones und -Laptops verwischen oft die Grenzen zwischen Job und Freizeit, die Work-Life-Balance gerät aus dem Lot. So häufen sich Burnouts und entstehen lange Ausfälle. Unternehmen brauchen klare Regeln: Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter nicht außerhalb der Arbeitszeit kontaktieren, Beschäftigte ihre Übergabe planen, Selbstständige Abwesenheiten klar kommunizieren.“

Weitere Tipps bieten die beiden INQA-Projekte MASTER und psyGA (Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt)

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