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Systematisch flexibel: Das neue Arbeitszeitmodell des Einzelhändlers Edeka Habig

Längere Ladenöffnungszeiten und vielfältige private Verpflichtungen bei den Beschäftigten – dies macht im Einzelhandel die Vereinbarung der Arbeitszeiten zur echten Managementaufgabe. Das Beispiel Edeka Habig im hessischen Bad Soden zeigt, wie dieser Prozess als fairer Ausgleich organisiert werden kann, von dem alle profitieren.

Ausgangslage:

Was war die Herausforderung?

Edeka Habig ist ein Einzelhandelsunternehmen mit drei Filialen und 100 Beschäftigten. 90 von Ihnen sind Fachkräfte bzw. Azubis, 10 kommen zur Aushilfe. Die Unternehmensleitung hatte sich das Ziel gesetzt, bei den Arbeitszeiten einen guten Interessensausgleich zwischen Unternehmen und Beschäftigten zu erreichen. Die Work-Life-Balance sollte dabei auf jeden Fall gewahrt bleiben, um Belastungen bei der Arbeit effektiv auszugleichen.

Aktivitäten:

Was wurde wie gemacht?

Zu Beginn des Projekts ging es darum, die unterschiedlichen Interessen der Beschäftigten möglichst genau kennenzulernen. Dabei hat das RKW Hessen Edeka Habig beraten und eine anonyme Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Entscheidend für den Erfolg der Befragung war, die Beschäftigten von der Teilnahme zu überzeugen und auf eine ehrliche Beantwortung der Fragen zu drängen.
Gleichzeitig wurde eine zehnköpfige Projektgruppe, bestehend aus Mitarbeitern des Edeka Habig und Vertretern der RKW ins Leben gerufen, um das Projekt zu steuern. Aus dem Unternehmen nahmen der Marktleiter, zwei Angehörige der Geschäftsleitung, Vertreter der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten und auch zwei Azubis teil. Anhand der Auswertungen und Kennziffern wurden neue individuelle Arbeitszeitmodelle entwickelt, die genau auf die Bedürfnisse des Betriebs mit seinen 70 Prozent Vollzeit- und 30 Prozent Teilzeitbeschäftigten zugeschnitten sind.

Damit alle dabei sein konnten, wurden die neuen Arbeitszeitmodelle an einem Sonntag – der als Arbeitstag gut geschrieben wurde – vorgestellt. Bei einer Anwesenheit von 85 Prozent nahm die Belegschaft die Änderung der Arbeitszeiten an.

In einem ersten Schritt wurde dabei festgelegt, die Samstage gerecht unter den Mitarbeitern zu verteilen, dies gilt auch für Aushilfen. Zudem wurde beschlossen, dass Schichtwechsel zwischen Früh- und Spätdienst grundsätzlich nur wochenweise erfolgen, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Im Gegenzug ist die neue Regelung jedoch so flexibel, dass auch auf individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter eingegangen werden kann. So erhält beispielsweise das Mitglied eines Karnevalsvereins in der Faschingszeit vier freie Samstage. Im Gegenzug ist dieselbe Mitarbeiterin bereit, in der Grillsaison an vier Samstagen zu arbeiten. Eine Mitarbeiterin mit zwei Hunden arbeitet lieber zwei mal vier Stunden mit dreistündiger Unterbrechung. Eine weitere Mitarbeiterin kann nur nachmittags arbeiten, da sie vormittags einen Angehörigen pflegt.

Ergebnisse:

Was konnte erreicht werden?

  • Zufriedenere Mitarbeiter: Im Rahmen des INQA-Audits wurde eine erneute Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Sie ergab eine deutlich gestiegene Zufriedenheit im Vergleich zur Befragung vor Einführung der flexiblen Arbeitszeitmodelle.
  • Die Beschäftigten waren nach der Umsetzung des neuen Arbeitszeitmodells motivierter und es gingen auch mehr Bewerbungen ein.
  • Durch diese Arbeitszeitmodelle ergab sich eine Personalkostenersparnis von ca. 8 Prozent.
  • Mit der Einführung eines Samstagsplaners kann besser auf die individuellen Wünsche der Mitarbeiter eingegangen werden. Damit konnte der Brennpunkt Samstagsarbeit entschärft werden.

Erfolgsfaktoren:

Was können andere davon lernen?

  1. An erster Stelle steht die Einsicht der Unternehmensleitung, dass sich etwas verändern muss.
  2. Die Unternehmensleitung muss kritikfähig sein und die Bereitschaft haben, Veränderungen im Betrieb kontinuierlich durchzuführen.
  3. Die Mitarbeiterbefragung ist unerlässlich, weil sie ehrliches Interesse signalisiert.
  4. Die Mitarbeiterwünsche müssen mit den Unternehmenszielen in Einklang gebracht werden.
  5. Die „Chemie“ in der Projektgruppe muss für eine erfolgreiche Zusammenarbeit stimmen.
  6. Die verschiedenen Arbeitszeitmodelle müssen vorgestellt werden. Am Ende muss das Plenum entscheiden können.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von Edeka Habig

Ansprechpartner/in

Praxisunternehmen

Michaela Oswald

Assistentin der Geschäftsleitung

Habig Supermärkte KG
Bad Sodener Str. 52
63628 Bad Soden-Salmünster

Telefon: 06052/ 918234

Steckbrief

Themen

  • Führung
  • Arbeitsorganisation & Arbeitszeit
  • Mittelstand

Branche

  • Handel

Bundesland

  • Hessen

Unternehmensgröße

  • 50 - 249 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte