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Chefsache Gesundheit: Führungskräfteschulungen bei der SCHOTT AG

Betriebliches Gesundheitsmanagement muss heute mehr leisten als die Senkung von Fehltagen. Gesundheit und ein gesunder Lebensstil sind zum gesellschaftlichen Leitbild geworden. Für Unternehmen geht es deshalb auch darum, dieses Leitbild nach außen und innen zu vermitteln, um Beschäftigte und Kunden zu überzeugen. Die SCHOTT AG hat die gesunde Unternehmenskultur deshalb zur Chefsache gemacht – und so sein betriebliches Gesundheitsmanagement in die Erfolgsspur gebracht.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Die SCHOTT AG hat weltweit 15.000 Mitarbeiter. Circa 5.200 davon stellen an Standorten in Mainz, Grünenplan, Müllheim, Jena, Landshut und Mitterteich Spezialglas und Glaskeramik für Hausgeräte, Pharmazie, Elektronik, Optik, Automotive und Aviation her. An den deutschen Standorten arbeiten ca. 1.800 Beschäftigte in Schichten. Zielgruppenspezifische Gesundheitsmaßnahmen sowie Angebote zur Ernährung, Bewegung und Entspannung existieren im SCHOTT-Konzern schon seit vielen Jahren. Doch genutzt wurden sie meist von den Mitarbeitern, die ohnehin einen gesunden Lebensstil an den Tag legen. Seit 2008 gibt es eine externe Mitarbeiterberatung (EAP) durch die INSITE-Interventions GmbH für alle Standorte in Deutschland. Die Auswertungen, die dem Unternehmen anonymisiert zur Verfügung gestellt werden, haben schließlich den entscheidenden Anstoß dazu gegeben, die Führungskräfte beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) stärker einzubinden.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Mit dem Ziel alle Führungskräfte der SCHOTT AG über die bereitgestellten Gesundheitsmaßnahmen zu informieren und als Multiplikatoren zu gewinnen, wurde 2008 mit der ersten Workshop-Reihe „Führung und Gesundheit“ im Einklang mit dem Motto „Bleib gesund! Du bist mir wichtig.“ gestartet.
Diese eintägige Veranstaltung war für Führungskräfte aller Ebenen inkl. Vorstand verpflichtend. Vermittelt wurden zunächst Basisinformationen zum BGM und zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) der SCHOTT AG. Außerdem wurden Führungskräfte geschult, gesundheitliche Probleme bei ihren Mitarbeitern zu erkennen und Betroffene feinfühlig darauf anzusprechen.

In der zweiten Runde beschäftigten sich die Führungskräfte vor allem mit dem Thema Stress und daraus resultierenden gesundheitlichen Einschränkungen. Auch Sucht wurde zum Thema gemacht. Zudem wurde diskutiert, wie auch die Gesundheit der Führungskräfte selbst verbessert werden könnte. Die vielen Ideen der Teilnehmer wurden anschließend auch an den Vorstand weitergegeben.

2015 wurde dann der Schwerpunkt auf die psychische Gesundheit der Mitarbeiter gelegt. Dies ließ sich sehr gut damit verbinden, einen Prozess für die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen zu entwickeln und im gesamten Konzern zu implementieren.

Die vierte Runde wird in den nächsten Monaten geplant.

In jeweils 35 bis 45 Schulungsterminen wurden pro Runde 600–700 Führungskräfte geschult. Neue Führungskräfte erhalten zukünftig alle ein Basisseminar.
Freigestellte Betriebsräte, die sich bereits in der Vergangenheit z. B. als Unterstützer des Arbeitskreises Gesundheit erwiesen haben, wurden von Anfang an mit eingeladen.

Ergebnisse

Was konnte erreicht werden?

  • Hohe Zufriedenheit der Teilnehmenden zeigte sich sowohl in direkten positiven Rückmeldungen als auch in nachträglichen Erhebungen
  • Führungskräfte gehen öfter auf ihre Mitarbeiter zu und bieten ihnen individuelle Maßnahmen an
  • Insgesamt häufigere Inanspruchnahme aller Gesundheitsmaßnahmen durch Beschäftigte im Betrieb, z.B. Beauftragung doppelt so vieler Gesundheitszirkel und ergonomischer Arbeitsplatzprogramme nach der letzten Schulungsreihe
  • Führungskräfte nutzen im Umgang mit Beschäftigten, bei denen gesundheitliche Probleme vermutet werden, nun häufiger das Unterstützungsangebot der externen Mitarbeiterberatung (EAP)

Erfolgsfaktoren

Was können Andere davon lernen?

  • Top-down-Ansatz mit klarer Unterstützung des Vorstands und die Verpflichtung zur Teilnahme haben maßgeblich zum Erfolg beigetragen
  • Stärkung des „Wir-Gefühls“ durch Seminare in gemischten Gruppen. Hier zeigte sich, dass Führungskräfte unterschiedlicher Hierarchieebenen ähnliche Anforderungen zu bewältigen haben
  • Kontinuität der Aktivitäten der Abteilung „Medizin und Prävention“ trug zur Sensibilisierung von Führungskräften für die Gesundheit der Beschäftigten bei
  • Bereitstellung von personellen Ressourcen: zwei Mitarbeiter als Trainer, darunter die leitende Werksärztin der SCHOTT AG
  • Bereitstellung finanzieller Ressourcen für externe Trainer (ca. 1.500 € pro Tag)

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der SCHOTT AG

Ansprechpartner/in

Praxisunternehmen

Dr. Margit Emmerich

Leiterin Abteilung "Medizin und Prävention"

SCHOTT AG
Hattenbergstraße 10
55122 Mainz

Telefon: 06131 - 664 133

Kooperationspartner

Dr. Hansjörg Becker

Facharzt für Psychiatrie und psychosomatische Medizin

INSITE-Interventions GmbH
Clemensstraße 10-12
60487 Frankfurt am Main

Telefon: 069 - 90 555 29 10

Kooperationspartner

Dr. Nadine Schuster

Psychologische Psychotherapeutin

prevent.on GmbH
Kapellenstraße 7
55124 Mainz

Steckbrief

Themen

  • Führung

Branche

  • Verarbeitendes Gewerbe

Bundesland

  • Rheinland-Pfalz
  • Bayern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Niedersachsen

Unternehmensgröße

  • mehr als 250 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte