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Kontinuierlich verbessert: Reinecke Holzbearbeitung aus Ilsenburg nutzt erfolgreich die zahlreichen INQA-Angebote

Das Bessere ist der Feind des Guten: So finden sich in vielen Klein- und Mittelunternehmen Möglichkeiten, Prozesse zu optimieren und sicherer zu machen, Beschäftigte zu motivieren und langfristig zu binden. Reinicke Holzbearbeitung stellte sich dieser Herausforderung und nutzte dazu erfolgreich eine Reihe von INQA-Angeboten für KMU.

Drei Personen sind in einer Besprechung  um einen Tisch herum versammelt in einer Werkstatt. Bei einer Projektbesprechung in der Werkstatt (von links nach rechts: T. Walther, F. Reinecke und S. Welterling) © Reinecke Holzbearbeitung

Ausgangslage:

Was war die Herausforderung?

Die Firma Reinecke Holzbearbeitung aus dem Nordharz ist seit Jahrzehnten im Innenausbau tätig. Die 12 Beschäftigten fertigen individuelle Möbel für gewerbliche und private Kunden. Seit 2017 gehören individuell geplante und angefertigte Küchen ebenfalls zum Portfolio des 1948 gegründeten Unternehmens.
Inhaber Frank Reinecke war auf der Suche nach Optimierungsmöglichkeiten für verschiedene Bereiche seines Unternehmens. Durch Personalwechsel mussten Zuständigkeiten neu geregelt werden. Das bot eine willkommene Gelegenheit, einige Dinge neu zu justieren. Verbesserungspotenziale sah Frank Reinecke bei der innerbetrieblichen Kommunikation und der Arbeitsplanung. Beim Thema Sicherheit und Gesundheit ging es vor allem darum Arbeitsunfälle zu vermeiden.
Bei der Suche nach geeigneten Lösungen achtete Frank Reinecke vor allem darauf, dass sie sich für kleinere Unternehmen eignen: Also mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen sind und nachhaltig wirken.

Aktivitäten:

Was wurde wie gemacht?

Reinecke Holzbearbeitung wandte sich zunächst an die Offensive Gutes Bauen, die in regionalen Netzwerken organisiert ist. Sie leistet gerade für Klein- und Mittelunternehmen Unterstützung bei Fragen rund um Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Mithilfe des „GDA-ORGAchecks“ wurde der Ist-Zustand systematisch erfasst und der notwendige Handlungsbedarf ermittelt. Dies war die Grundlage, um die nachfolgenden Ziele zu formulieren:

  • Die Beschäftigten stärker an das Unternehmen binden und einen Belegschaftskern bilden.
  • Einen systematischen Arbeits- und Gesundheitsschutz etablieren, um Unfälle zu vermeiden und das Arbeitsklima zu verbessern.
  • Die Beschäftigten durch Befragungen und Workshops einbeziehen, um Arbeitsabläufe zu optimieren und Stress zu vermeiden.
  • Mitarbeitervorschläge stärker berücksichtigen und honorieren.
  • Eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen durchführen und regelmäßig wiederholen.

Anfangs wurden regelmäßig Workshops mit einem externen Berater – ohne die Geschäftsführung – veranstaltet. Dabei konnten die Beschäftigten offen sagen, wo der Schuh drückt. Gleichzeitig bot dieses Format die Chance, unbefangen an eigenen Lösungsansätzen zu arbeiten und der Geschäftsleitung fertige Vorschläge vorzulegen. Heute finden bei Firma Reinecke regelmäßig einmal im Monat Teamsitzungen statt, in denen neben dienstlichen Themen auch strategische Fragen behandelt werden. Dieser Termin wird darüber hinaus für Unterweisungen genutzt. Fester Tagesordnungspunkt ist zudem die Frage nach Zufriedenheit, Stimmung und Kommunikationshemmnissen.

Im Arbeitsalltag wurde eine Reihe von Pflichten an die Beschäftigten übertragen. Das entlastete den Geschäftsführer und vergrößerte zugleich das Verantwortungsbewusstsein der Beschäftigten. Weiterbildungen zu den Themen „Management von Veränderungsprozessen und Führung“ machten die Mitarbeiter fit für die zukünftigen Arbeiten.

Durch die Möglichkeit der Absolvierung eines Auslandspraktikums konnten dem Auszubildenden nicht nur neue Perspektiven und Möglichkeiten offeriert werden, sondern auch die Bindung an das Unternehmen verbessert werden.
Für die Zukunft wird auf die Weiterführung der begonnenen Prozesse und Zusammenarbeiten gesetzt. Es wird verstärkt versucht, die Möglichkeiten der Digitalisierung auszuloten und für das Unternehmen optimal nutzbar zu machen.

Ergebnisse:

Was konnte erreicht werden?

  • Sicherheitsdenken und Teamgeist sind nun fest in der Firmenphilosophie verankert. Auch der Nutzen von Sicherheit und Gesundheit konnte erfolgreich vermittelt werden: Das Unternehmen verzeichnet seit längerer Zeit keinen Arbeitsunfall mehr.
  • Ein Jahreskoordinierungsplan macht Ziele und Vorhaben eines Jahres, etwa Weiterbildungen und Investitionen, für alle Beschäftigten transparent und zugänglich.
  • Alle Beschäftigten sind aktiv in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess einbezogen.
  • Firma Reinecke wurde durch die BGHM mit dem Qualitäts-Siegel „Sicher mit System“ ausgezeichnet. Das Unternehmen nutzte dies in seiner Außendarstellung gegenüber Partnern und Kunden und in der Presse – was zu einer deutlichen Imageverbesserung führte.
  • Firma Reinecke wurde 2017 von der Halberstädter Arbeitsagentur mit dem Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit (BA) als gutes und vorausschauend arbeitendes Ausbildungsunternehmen ausgezeichnet.
  • Von 2016 bis 2018 absolvierte erstmals eine weibliche Auszubildende erfolgreich die Ausbildung zum Tischler. Sie wurde als Gesellin übernommen.
  • Die verbesserte Außenwirkung macht sich nicht zuletzt ökonomisch bemerkbar: Die Maschinen der Tischlerei stehen auf Grund der guten Auftragslage kaum still.

Erfolgsfaktoren:

Was können andere davon lernen?

  • Unterstützung bei der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), der Kreishandwerkerschaft und der Krankenkasse.
  • Zusammenarbeit mit dem regionalen Netzwerk (OGB), dauerhafte Teilnahme an der Poolbetreuung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.
  • Der Arbeitsschutz bietet die Chance, systematisch betriebliche Prozesse systematisch zu analysieren und zu verbessern.
  • Das ESF-Programm „unternehmensWert Mensch“ stand mit Fördermitteln für die Beratung zur Seite.
  • In Änderungsprozesse sollten alle Beschäftigten einbezogen werden.
  • Zusätzliches Wissen im Unternehmen zu Hilfsmitteln wie INQA-Checks ist vorteilhaft. Auch Wissen über die Antragstellung und Abrechnung von Förderprojekten ist nützlich.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo von Reinecke Holzbearbeitung

Ansprechpartner/in

Frank Reinecke

Inhaber und Geschäftsführer

Reinecke Holzbearbeitung
Friedenstraße 30e
38871 Ilsenburg (Harz)

Telefon: 039452 - 87976

Ralph Angerstein

Geschäftsführer

IZAG gGmbH
Gustav-Ricker-Straße 62
39120 Magdeburg

Telefon: 0178 - 356 35 69

Steckbrief

Themen

  • Wissen & Kompetenz
  • Führung
  • Mittelstand
  • Lebenslanges Lernen
  • Frauenförderung
  • Bauen

Branche

  • Erbringung von wirtschaftlichen Dienstleistungen

Bundesland

  • Sachsen-Anhalt

Unternehmensgröße

  • 1 - 49 Mitarbeiter

Standort des Unternehmens

Abbildung des Unternehmensstandortes auf der interaktiven Karte