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DemOS-Interventionskonzept - Beschäftigte in der Pflege von Menschen mit Demenz entlasten und unterstützen

Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz in der stationären Altenhilfe stellt große Anforderungen an Pflegende. Das entwickelte und erprobte DemOS-Interventionskonzept gibt Hilfestellungen für einen besseren Umgang mit dieser Situation. Es orientiert sich dabei am Wohlergehen von Menschen mit Demenz und wendet sich an Pflegende, deren Führungskräfte und Einrichtungsleitungen.

Eine alte Frau und eine Pflegerin lachen gemeinsam. © Klaus Mellenthin

Ausgangslage:

Was war die Herausforderung

Zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeeinrichtungen weisen demenzielle Veränderungen auf. Eine Reihe neuerer Studien belegt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Pflegequalität. Pflegende sind mit ihrer Arbeit dann zufrieden, wenn ihnen angemessene Ressourcen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um durch ihr Handeln zum Wohlbefinden der Bewohner und Bewohnerinnen beizutragen. Pflegekräfte sind die wertvollste Ressource, über die Pflegeeinrichtungen verfügen. Deshalb muss es das Ziel sein, ihre Arbeitskraft zu erhalten, eine hohe Qualität der Arbeit zu sichern und eine positive Einstellung zu fördern. Das setzt einen wertschätzenden Umgang seitens der Leitung voraus, der eine gute Selbstpflege unterstützt und entsprechende Förderung anbietet.

Aktivitäten:

Was wurde wie gemacht?

Im Rahmen des Projekts „Demenz – Organisation – Selbstpflege.“ (DemOS) hat Demenz Support Stuttgart gGmbH ein Angebot entwickelt, mit dessen Hilfe die Arbeits- und Belastungssituation in der Pflege von Menschen mit Demenz verbessert werden kann. Diverse Materialien sind in der „Medienmappe DemOS“ zusammengefasst, darunter der „Check:Arbeitsplatz Pflegeheim“. Er richtet sich in erster Linie an Leitungskräfte. Mit seiner Hilfe kann die gegenwärtige Situation in der Einrichtung oder in einem Wohnbereich überprüft und können Schwachstellen identifiziert werden. Lösungstipps und Hinweise auf weiterführende Literatur geben Impulse für Verbesserungen am Arbeitsplatz Pflegeheim.

Mit der Broschüre „Für alle Fälle...“ sollen Pflegende auf kritische Situationen vorbereitet werden. Sie behandelt die drei schwierigen Themen Gewalt-, Ekel- und Schamerfahrungen in der Pflege.

Eine DVD mit zwölf Kurzfilmen vervollständigt die Medienmappe und gibt einen lebendigen Einblick in die praktische Umsetzung. Für alle Kurzfilme stehen thematische Praxishilfen mit weiteren Informationen und Anregungen bereit.

Acht der Filme zeigen Beispiele Guter Praxis, die im Projekt bearbeitet und entwickelt wurden. Sie sollen zur Entwicklung eigener Lösungsansätze anregen. Die übrigen vier Filme veranschaulichen den Interventionsansatz im Projekt DemOS.

Die Medienmappe DemOS richtet sich in erster Linie an Leitungen stationärer Pflegeeinrichtungen, aber auch an deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Ein Großteil der Themenfelder ist ebenso für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ambulanter Dienste und Krankenhäuser von Interesse.

Ergebnisse:

Was kann erreicht werden?

Die im Projekt beteiligten Pflegekräfte beurteilten die Intervention außerordentlich positiv und ihr arbeitsbezogener Stress konnte deutlich reduziert werden. Auch die wahrgenommenen Belastungen durch die Bewohnerinnen und Bewohner sanken. Diese stiegen allerdings nach der Intervention im Laufe von fünf Monaten wieder an. Dies deutet darauf hin, dass eine kontinuierliche Prozessbegleitung für eine Verstetigung der positiven Ergebnisse erforderlich ist. Besonders profitieren konnten Pflegefachkräfte und Einrichtungen bzw. Wohnbereiche mit einem integrativen Versorgungskonzept. Besonders im Hinblick auf die wahrgenommene Selbstwirksamkeit konnte eine nachhaltige Steigerung erzielt werden. Somit leistet der DemOS- Interventionsansatz einen Beitrag zur Entlastung Pflegender im Umgang mit Menschen mit Demenz und trägt zu mehr Arbeitszufriedenheit bei.

Hinweis

  • Die Medienmappe kann kostenpflichtig unter www.inqa.de bestellt werden.

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Zusatzinformationen

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Logo vom Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen

Ansprechpartner/in

Anbieter

Christina Kuhn

Forschung, Beratung und Qualifizierung

Demenz-Support Stuttgart gGmbH, Zentrum für Informationstransfer
Hölderlinstraße 4
70174 Stuttgart

Telefon: 0711 - 997 87 13

Steckbrief

Themen

  • Gesundheit
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  • Führung & Kommunikation
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  • Pflege
  • Physische & psychische Gesundheit

Branche

  • Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen

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