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LANGE LEHREN - Wege für mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Lehrberuf

Der vermeintliche Traumberuf Lehrer wird immer mehr zum nervenaufreibenden, krankmachenden Job: Hohe Krankenstände, Frühpensionierungen und Berufsausstiege waren der Anlass für das Modellprojekt LANGE LEHREN. Ein Verbund renommierter Institute entwickelte dabei Konzepte zur Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Lehrerberuf.

Ein Lehrer steht vor der Tafel und erklärt etwas.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Der relativ hohe Krankenstand und der hohe Anteil von Frühpensionierungen bei Lehrerinnen und Lehrern sind immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Trotz des vermuteten Zusammenhangs zwischen festgestellten arbeitsbedingten Erkrankungen und den psychischen Belastungen des Schulalltags gab es bisher keine fundierten Präventions- und Interventionsansätze.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Die Entwicklung und Erprobung wirksamer Präventions- sowie Betreuungskonzepte für Lehrerinnen und Lehrer war daher das Hauptanliegen des 2006 mit verschiedenen Projektpartnern gestarteten Modellvorhabens LANGE LEHREN. Erstmalig wurden dabei umfangreiche arbeitsmedizinische und psychologische Erkenntnisse aus der Untersuchung von 1.700 Lehrerinnen und Lehrern zusammengetragen. Aus der Analyse entstanden in den Teilprojekten praktikable und wirksame Präventionshilfen für Lehrer, Multiplikatoren und Betriebsärzte. Dabei wurden unterschiedliche Ansätze verfolgt:

  • Ein Betreuungs- und Beratungskonzept zur Gesundheitsförderung richtet sich an Betriebsärzte. In der „Handlungsanleitung zur Durchführung einer individuellen Vorsorgediagnostik für Lehrkräfte“ sind Checklisten für die Vitalitätsdiagnostik und Infoblätter mit Tipps für die Gesundheitsberatung, ergänzende Unterlagen für die Auswertung durch die Teilnehmenden selbst sowie Hinweise für den Untersuchungsleiter zusammengestellt. Ein Anamnesefragebogen (einschließlich stimmlicher Funktionsstörungen, Rückenbeschwerden, WAI 3 und BFB zugeschnitten auf die häufigsten Beschwerden und Belastungen von Lehrern) ist ebenfalls enthalten.
  • Ein Coachingprogramm zur Verbesserung der beruflichen Beziehungskompetenz stärkt die Fähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer, das eigene Verhalten zu reflektieren und die Beziehungen zu Schülern, Eltern und Kollegen aktiv zu gestalten, Gesundheitsinformationen und das Erlernen von Entspannungstechniken helfen, die eigene Situation richtig einzuschätzen und Konflikte zu verarbeiten.
    Durchgeführt werden sollten diese Coachinggruppen von psychotherapeutisch ausgebildeten Moderatoren, die Erfahrungen im Bereich Schule besitzen.
  • Ein Programm zur Reduktion des Lärmpegels im Unterricht von Grundschulklassen nutzt eine "Lärmampel" als pädagogischen Impuls. In der Handlungsanleitung erfahren Lehrerinnen und Lehrer, wie sie die Lärmampel im Unterricht einsetzen und welche didaktischen Interventionsmöglichkeiten bestehen.
  • Ein Trainingsprogramm für Lehrer der Sekundarstufe 1 vermittelt Kenntnisse und Strategien zum Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern. Im Forschungsprojekt wurden dazu Handlungsmuster für kritische Interaktionssituationen und methodische Hilfen für Lehrer wie die videogestützte Unterrichtsbeobachtung, Schaubilder, Arbeitsbögen, Elternbrief erarbeitet.
    Für Trainer ist eine Zusammenstellung von Kopiervorlagen für Poster, Folien und Moderationskarten erhältlich.

Die verschiedenen Konzepte wurden in der Praxis (in Sachsen) evaluiert und mit großem Zuspruch angenommen.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • frühzeitige Erfassung von arbeitsbedingten Belastungsfaktoren und Ressourcen in Schulen
  • Abbau gesundheitlicher Risikofaktoren (Lärm, Konflikte)
  • Verbesserung der Handlungskompetenz
  • Verbesserung von Gesundheit und Arbeitsbewältigung

Außerdem wurde in Sachsen ein betriebsärztliches Kompetenzzentrum geschaffen, das für die Betreuung und arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen sowie die Gefährdungsbeurteilungen an den Schulen für Lehrer zuständig ist.

Erfolgsfaktoren

  • Berücksichtigung der Arbeitsbedingungen in der Schule als auch der Gesundheit der Lehrer
  • standardisiertes methodisches und forschungspraktisches Vorgehen und Evaluation praxiserprobt

Hinweis

Dieses Modellvorhaben wurde Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert und durch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) fachlich begleitet.

Über die unten aufgeführten Links erreichen Sie die aus den Teilprojekten entstandenen Handlungshilfen im .pdf-Format. Diese sind frei verfügbar und können heruntergeladen werden.

Die Anlagen zum "Lehrer stärken - Kompetenz erweitern" sowie zur individuellen Vorsorgediagnostik können in der BAuA unter modellprogramm@baua.bund.de angefordert werden.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo vom Modellprogramm zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen

Ansprechpartner/in

Anbieter

Dr. rer. nat. Reingard Seibt

Bereichsleiterin Psychophysiologische Diagnostik

Technische Universität Dresden, Institut und Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin
Fetscherstr. 74
01307 Dresden

Telefon: 0351- 3177 452

Anbieter

Prof. Dr. Joachim Bauer

AP zum Coachingprogramm

Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsklinikum Freiburg
Hauptstr. 8
79104 Freiburg

Telefon: 0761- 270 653 90

Anbieter

Diplom Betriebswirtin Iris Schmitz

AP zur Lärmreduktion durch den Einsatz der Lärmampel

AMVZ - Arbeitsmedizinisches Vorsorgezentrum GmbH
Gertraudenstr. 10 - 12
10178 Berlin

Telefon: 030 - 5900 95 30

Referenzunternehmen

Harald Onischka

Leitstelle Gesundheits-, Grundschutz- und Sicherheitsmanagement Sächsische Bildungsagentur
Annaberger Straße 119
09120 Chemnitz

Telefon: 0371 - 536 60

Steckbrief

Themen

  • Führung & Kommunikation
  • Gesundheit
  • Physische & psychische Gesundheit
  • Organisationelle & individuelle Resilienz

Branche

  • Erziehung und Unterricht

Bundesland

  • Bundesweit

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