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Ganzheitliche Betrachtung: Das Screening Gesundes Arbeiten (SGA) unterstützt bei der Gefährdungsbeurteilung

Körperliche Beschwerden wie Rückenschmerzen haben nicht selten auch psychische Ursachen. Bei der Gefährdungsbeurteilung ist es daher wichtig, ganzheitlich auf Gefährdungen zu blicken. Das Screening Gesundes Arbeiten (SGA) bietet hierzu vor allem an Führungspersonen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Arbeitnehmervertreter Unterstützung.

Eine Hand zeigt auf Rückenwirbel an einem Skelett. © Fotoagentur FOX/Uwe Völkner

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Rund ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage geht auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen zurück. Durch diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen wird die Produktivität der Beschäftigten, immer öfter aber auch ihre Psyche in Mitleidenschaft gezogen. Dies schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Wenn überhaupt, werden Analysen zur psychischen und physischen Belastung in der betrieblichen Praxis bisher vorwiegend getrennt voneinander durchgeführt, obwohl psychische Fehlbelastungen inzwischen eine gesicherte Mitverursachung bzw. Verstärkung körperlicher Beschwerden, speziell im Rückenbereich, zugesprochen wird.

Ziel des SGA ist es, Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems bei Beschäftigten mit unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen aller Branchen zu vermindern.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Der Leitfaden SGA dient der Durchführung von Beobachtungsinterviews im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen. Das SGA folgt den in der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) im Juni 2008 vereinbarten sieben Handlungsschritten zur Gefährdungsbeurteilung. Ziel des Leitfadens ist die Verminderung von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems bei Beschäftigten mit unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen aller Branchen.

Dabei stehen nicht nur die klassischen Themen wie Heben und Tragen, Dauersitzen und Dauerstehen im Blickpunkt. Das SGA widmet sich auch psychischen Fehlbelastungen im Beruf und trägt damit neuen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung. Denn diese besagen, dass psychische Fehlbelastungen nicht nur zur psychischen Erschöpfung bis hin zum Burnout führen, sondern auch Beschwerden im Bereich des Muskel-Skelett-Systems (mit-)verursachen.

Der Leitfaden besteht aus 3 Teilen:

  1. Informationsteil

    Er führt in die Handhabung des Instruments ein und gibt einen Überblick Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten, Ablauf sowie benötigte materielle und personellen Ressourcen.

  2. Durchführung und Auswertung der Beobachtungsinterviews

    Hier werden die Arbeitsbedingungen in den Betrieben mit Hilfe des SGA-Fragenbogens ermittelt. Dieser besteht aus vier Interview-Teilen (Arbeitsverhältnis, Physische Belastungen, Psychische Belastungen, Umgebungsvariablen) mit insgesamt 44 Items.

  3. Wissensspeicher

    Hier werden mögliche Defizite bei der Arbeitsplatzgestaltung sowie daraus resultierende Gesundheitsrisiken genannt. Weiterhin werden die Fragen des SGA-Beobachtungsinterviews mit Blick auf das angestrebte Arbeitsschutzziel erläutert und allgemeine Lösungsansätze für häufig auftretende Probleme vorgestellt.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • Informieren und sensibilisieren zu den Wechselwirkungen zwischen psychischen und physischen (speziell Rücken-) Beschwerden
  • Identifikation von individuellen und arbeitsbezogenen psychosozialen Risikofaktoren möglich durch integrative Betrachtung von physischen und psychischen Belastungen.
  • Ermittelte Risikomuster können als Grundlage für Gestaltungsmaßnahmen der Gesundheitsförderung sowie der Primär- und Sekundärprävention verwendet werden

Der Leitfaden wurde gemeinsam mit dem Institut für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie der TU Dresden sowie dem bei INQA angesiedelten thematischen Initiativkreis „Körper, Geist und Arbeit – ganzheitliche Prävention“ in den Jahren 2004 bis 2008 entwickelt.

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