Navigation und Service

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Link zur Startseite) Eine Initiative für
Arbeitgeber und Beschäftigte

Zukunft sichern, Arbeit gestalten

SOS im Cockpit: Die Stiftung Mayday hilft fliegendem Personal nach Ausnahmesituationen

Flugbesatzungen werden so ausgewählt und ausgebildet, dass sie auch in stressigen Situationen Ruhe und Überblick bewahren. Doch auch sie sind vor den Folgen unbewältigter Ausnahmesituationen nicht gefeit. Die Stiftung Mayday unterstützt daher mit einem Betreuungsnetzwerk Flugbesatzungen und deren Angehörige nach Ausnahmesituationen und hilft auch präventiv.

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Piloten und Flugbegleiter geraten gelegentlich in Situationen, die sie als kritisch und stark belastend oder gar lebensbedrohend empfinden. Der dabei auftretende Stress ist eine normale körperliche Reaktion, die grundsätzlich bei der Bewältigung einer Gefahrensituation hilfreich ist. Er baut sich in der Regel innerhalb von wenigen Tagen von allein ab. Bei mangelhafter Verarbeitung können jedoch chronische Beschwerden auftreten. Geringere Lebensqualität und sogar Fluguntauglichkeit können die Folgen sein. In extremen Einzelfällen treten Depressionen, Drogenmissbrauch oder sogar das posttraumatische Belastungssyndrom PTBS auf, die alle bis zur Arbeitsunfähigkeit führen können.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Mit dem CISM-Betreuungsnetzwerk (CISM - Critical Incident Stress Management) gibt es für die deutsche Luftfahrt seit 1998 ein Hilfsangebot für Piloten und ihre Besatzungen. Es ist international fest verankert. Das Programm des Netzwerks umfasst sowohl die Vorsorge durch Schulungen für potentiell Betroffene und deren Vorgesetzte, als auch die Akutversorgung in oder unmittelbar nach einem kritischen Ereignis. Vorsorge bedeutet, auch Firmen und Organisationen in die CISM-Strukturen einzubinden und die eigenen CISM-Mitarbeiter mit Auffrischungen, Supervisionen und Einzelberatungen zu begleiten. Auch bei der therapeutischen Nachversorgung hilft das Netzwerk weiter.

Um schnell auf Betreuungsanfragen reagieren zu können, sind die CISM-Teams (inzwischen mehr als 300 Helferinnen und Helfer) über eine Hotline erreichbar. Das Betreuungsangebot richtet sich an alle Mitglieder einer Flugbesatzung. Oft kann ein vollständiges Bild eines kritischen Ereignisses nur im Kreis der kompletten Besatzung erfolgreich bearbeitet und besprochen werden.

Die Mitglieder der CISM-Teams (Piloten, Flugbegleiter, Notärzte, Rettungssanitäter) kennen den beruflichen Alltag der Hilfesuchenden gut und werden von den Arbeitgebern in der Regel bei Bedarf freigestellt. Ansonsten arbeiten sie ehrenamtlich. Trainer, Berater und professionelle Helfer (Ärzte, Psychologen, Seelsorger) werden von den beteiligten Fluggesellschaften bzw. der Stiftung finanziert.

Die Ausbildung der Betreuer erfolgt in mehreren Schulungen. Die CISM-Maßnahmen orientieren sich dabei an den Inhalten und der Struktur der International Critical Incident Stress Foundation, Inc. (ICISF). Zudem hat die Stiftung ein internes Qualitätsmonitoring etabliert, sie ist seit 2008 nach ISO 9001 zertifiziert.

Das CISM-Betreuungsnetzwerk wurde von der Stiftung Mayday ins Leben gerufen, die seit 1994 in Not geratene Flugzeugführer und deren Angehörige ideell und materiell unterstützt. Die Hilfe wird unmittelbar, unabhängig von Unfallursachen, Schuldfragen oder versicherungsrechtlicher Klärung gewährt. Die Betreuung durch die Stiftung wird sowohl für Besatzungen von Fluggesellschaften, als auch für Privatflugzeugführer angeboten. Das Ziel der Stiftung ist die Hilfe zur Selbsthilfe.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

  • Auftretende Folgeerkrankungen, wie Depressionen oder sogenannte posttraumatische Belastungsreaktionen oder gar Belastungsstörungen, die aufgrund eines Traumas eintreffen können, werden gemindert, wenn nicht gar vermieden.
  • Eine lückenlose Betreuung der Betroffenen ist möglich.

Erfolgsfaktoren

  • Die Stiftung ist >von Piloten für Piloten<.
  • >Peers< verfügen über einen gleichen Erfahrungshorizont.

Empfehlen und Drucken

Zusatzinformationen

Logo

Logo der Stiftung Mayday

Ansprechpartner/in

Anbieter

Dr. Gerhard Fahnenbruck

Stiftung Mayday
Frankfurter Straße 124
63263 Neu-Isenburg

Telefon: 0151 - 589 096 78

Referenzunternehmen

Cpt. Hans Rahmann

ehemals Lufthansa AG
Frankfurter Straße 124
63263 Neu-Isenburg

Telefon: 0151 - 589 096 66

Steckbrief

Themen

  • Physische & psychische Gesundheit
  • Gesundheit

Branche

  • Verkehr und Nachrichtenübermittlung

Bundesland

  • Bundesweit

Unternehmensgröße

  • 1 - 49 Mitarbeiter
  • 50 - 249 Mitarbeiter
  • mehr als 250 Mitarbeiter