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Kein Stress mit dem Stress – das Infoportal Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA)

Die Zahl psychisch bedingter Erkrankungen und Frühberentungen ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Das INQA-Projekt psyGA stellt die Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt in den Mittelpunkt verbessert Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch und die Vernetzung der inner- und außerbetrieblichen Akteure. Beschäftigte und Führungskräfte können hier wichtige Kompetenzen für den Umgang mit Stress zu erlangen.

Ein junger Mediziner schiebt ein Krankenbett an einem offenen Operationsraum vorbei, durch Unschärfe im Hintergrund entsteht der Eindruck von Eile. © Initiative Neue Qualität der Arbeit

Ausgangslage

Was war die Herausforderung?

Bei einer repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse im Jahr 2009 gaben 32 Prozent der Befragten an, häufig oder sogar ständig unter Stress zu stehen. Viele Beschäftigte spüren bereits die Folgen der dauerhaften Stressbelastung. So klagt ein Drittel der Arbeitnehmer in der EU über stressbedingte Gesundheitsprobleme. In Deutschland glaubt ein Drittel der Beschäftigten, die Arbeit unter den derzeitigen Anforderungen wohl nicht bis zum Rentenalter ausüben können.

Die Einschätzung wird durch wissenschaftliche Studien untermauert: Danach wirkt Stress nur kurzfristig aktivierend, langanhaltender Stress kostet dagegen Kraft, Kreativität und Gesundheit. Erkrankungen wie Tinnitus, Rückenbeschwerden, Magen- und Herz-Kreislaufprobleme nehmen unter Stress zu. Die menschliche Psyche leidet ebenfalls unter Dauerstress: Burnout, Depressionen und Angsterkrankungen nehmen zu.

Untersuchungen in Großunternehmen ergaben zudem, dass auch die Leistungsfähigkeit durch Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten, Rückenschmerzen oder anderen gesundheitlichen Stress-Folgen zurückgeht: Wer sich gestresst fühlt, leistet 20 bis 40 Prozent weniger als Menschen, die sich psychisch ausgeglichen fühlen und ihre Arbeit als bewältigbar empfinden.

Doch trotz des inzwischen fundierten Know-hows ist die Zahl der Unternehmen nach wie vor sehr begrenzt, die das Potenzial betrieblicher Strategien zur psychischen Gesundheitsförderung und Prävention nicht nur erkennen, sondern auch gewinnbringend für die Mitarbeiter wie für die eigene Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit in entsprechende Maßnahmen ummünzen können.

Aktivitäten

Was wurde wie gemacht?

Das INQA-Projekt ›psyGA– Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt‹ sensibilisiert seit 2009 betriebliche und überbetriebliche Entscheider und wichtige Multiplikatoren. Ziel des Projekts ist es, Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zu erfolgreichen Vorgehensweisen psychischer Gesundheitsförderung wie auch die Vernetzung der Akteure untereinander zu stärken und zu verbessert.
In der ersten Stufe wurden zielgruppenspezifische Instrumente entwickelt:

  • Für Beschäftigte

    Immer mehr Beschäftigte klagen über Terminhetze, Überforderung und Arbeitsverdichtung. In einer Broschüre können sie erfahren, wie sie die Ursachen psychischer Belastungen am Arbeitsplatz zu erkennen und möglichst zu beseitigen können. Dabei ist es wichtig, psychische Belastungen nicht einfach hinzunehmen, sondern die eigene Arbeit aktiv und konstruktiv zu beeinflussen. Hierzu liefert die Broschüre Informationen und Ratschläge für zehn wichtige Bereiche des täglichen Lebens, die Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Arbeitssituation bieten.

  • Für Führungskräfte

    Eine zweite Broschüre richtet sich an die Führungskräfte. Sie sind einerseits selbst von Stress betroffen, müssen andererseits aber auch für das Thema psychische Fehlbelastungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sensibilisiert werden. Diese Handlungshilfe zielt deshalb in zwei Richtungen: Anhand eines Selbsttests können Führungskräfte den Grad der eigenen Stressbelastung erkennen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Sie erhalten aber auch Informationen, um auf Stressbelastungen der Beschäftigten entsprechend reagieren zu können.

  • Für Betriebs- und Personalräte

    Diese Handlungshilfe richtet sich insbesondere an die betrieblichen Interessenvertretungen, die sich für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen und Verhalten in den Unternehmen und Institutionen einsetzen wollen. Sie
    nennt Daten und Fakten, erläutert Hintergründe, stellt rechtliche Optionen dar, zeigt Wege für die konkrete Arbeit vor Ort auf und verweist auf weiterführende Informationen sowie externe Unterstützungsmöglichkeiten.

Die zweite Projektstufe wurde genutzt, um Qualitätskriterien für das betriebliche Gesundheitsmanagement im Bereich der psychischen Gesundheit zu definieren. Darüberhinaus wurden neben einem Praxisordner für Führungskräfte und Unternehmen auch ein E-Learning-Tool für Führungskräfte sowie Lösungen und Tipps für gesundes Führen im öffentlichen Dienst entwickelt.

Anhand eines weiteren Instrumentes können sich Entscheidungsträger ein präzises Bild von Qualität und Umfang des betrieblichen Gesundheitsmanagements im Bereich der psychischen Gesundheit machen. In dieser „Selbsteinschätzung für das betriebliche Gesundheitsmanagement im Bereich der psychischen Gesundheit“ kann der Ist-Zustand mit Hilfe von Fragebögen und Checklisten festgestellt werden.

Ergebnisse

Was kann erreicht werden?

Durch die Anwendung der Instrumente aus dem INQA-Projekt psyGA ist es möglich,

  • psychischen Fehlbelastungen durch die Arbeit erfolgreich zu begegnen
  • Stress im Arbeitsalltag und im Privatleben zu vermeiden
  • im komplexen Arbeitsalltag erfolgreich zu agieren, ohne ständig über die Grenzen der Belastbarkeit gehen zu müssen.
  • betriebliche und überbetriebliche Entscheider sowie wichtige Multiplikatoren für die Thematik zu sensibilisieren

Erfolgsfaktoren

  • Vernetzung der Akteure durch die Bereitsstellung von Strukturen, die die Führung auf allen Ebenen an mitarbeiterorientieren Prinzipien und Werten ausrichtet und in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unter Beteiligung der Beschäftigten weiterentwickelt.

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Zusatzinformationen

Logo

Logo der Handlungshilfe psyGA

Ansprechpartner/in

Franziska Stiegler

Betriebliche Gesundheitsförderung

BKK Dachverband e.V.
Mauerstraße 85
10117 Berlin

Telefon: 030 - 2700 406 507

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